Die Wälder sind eine unverzichtbare grüne Lunge und dienen dem Klimaschutz. Sie haben hohen Stellenwert für die Holzgewinnung, als Lebensraum für Wildtiere, für die Biodiversität und als Erholungsraum für uns Menschen. Doch manche Wälder, vor allem im alpinen Raum können noch mehr: als Schutzwald bilden sie eine grüne Infrastruktur gegen heftige Unwetterereignisse.
An steilen und schwer zugänglichen Lagen vermindert der Schutzwald Muren, Lawinen, Steinschlag und Rutschungen. Die Wurzeln der Bäume halten bei starkem Regen einen Teil des Wassers zurück und schützen den Boden vor Erosion. Vor allem im Osten Österreichs schützt er auch vor Erosion durch Wind. So hilft der Schutzwald dabei, Siedlungen, Verkehrsverbindungen und landwirtschaftliche Flächen vor Naturgefahren zu sichern.
Rund 40 % (1,6 Millionen Hektar Wald) der österreichischen Waldfläche ist als Schutzwald ausgewiesen, fast jede vierte Österreicher:in hat unmittelbaren Nutzen von seiner Wirkung. Die Schutzwaldkarte zeigt auf einen Blick, wo sich die Schutzwaldflächen in Österreich befinden. Eine spezielle Form des Schutzwaldes ist der Bannwald, der vorrangig der Abwehr von Naturgefahren oder auch der Sicherung von Wasservorkommens dient.
Schwierige Umstände
Doch die Schutzwälder sind, wie der Wald allgemein, von den Folgen des Klimawandels betroffen. Mildere Winter, steigende Temperaturen und vor allem Hitze und Trockenheit schädigen die Bäume nicht nur unmittelbar, sie führen auch zu stärkerem Schädlingsbefall. Borkenkäfer können sich durch die Klimaerwärmung bis in höhere Lagen ausbreiten, bei starkem Befall sterben geschwächte Bäume ab.
Waldbrände werden auch im Schutzwald in Zukunft weiter zunehmen. Ist ein Wald zerstört, dauert es Jahrzehnte, bis er wieder seine volle Schutzwirkung erlangt. Umso wichtiger ist es, auch die Schutzwälder klimafit zu machen: dazu zählt ein höherer Mischwald-Anteil, da verschiedene Baumarten unterschiedlich tief wurzeln und so besser gegen Erosion schützen. Die Bäume sollten auch unterschiedlich alt sein. Wichtig ist, junge Bäume in der Phase des Keimens und Anwachsens gut vor Wildschäden oder anderen Störungen zu schützen. Nur ein gesunder stabiler Wald kann auch eine Schutzwirkung für den menschlichen Siedlungsraum entfalten.
Um alle wesentlichen Fragen zu Schutzwäldern zusammenzufassen, wurde das Informationsportal www.schutzwald.at eingerichtet. Entsprechende Beratungs- und Fortbildungsangebote für Waldbesitzer:innen oder -bewirtschafter:innen werden über das 2022 eröffnete Schutzwaldzentrum in Traunkirchen angeboten.
Engagement in den KLAR!s
In den KLAR! Regionen finden unterschiedliche Aktivitäten zum Thema Schutzwald statt: Die KLAR! Arlberg Stanzertal und die KLAR! Landeck und Umgebung veranstalteten Schutzwaldfeste für über 800 Volksschüler:innen. Über interaktive Märchenführungen und Mitmach-Stationen von Bundesforsten, Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) und KLAR! wurden der große Stellenwert des Schutzwaldes und die klimatischen Herausforderungen erklärt. Über „Schutzwaldmärchen“ werden an Kinder in der KLAR! Kaunergrat an sechs Theaterstationen im Wald beim Naturparkhaus Kaunergrat Wissen zur Schutzfunktion vermittelt.
Rund 80 Waldbesitzer:innen, Waldbewirtschafter:innen, Forstverantwortliche und weitere Interessierte nahmen an den Schutzwald-Aktionstagen 2026, veranstaltet von der KLAR! Zukunftsregion Ennstal, teil. Sie erhielten durch Vorträge und Exkursionen Anregungen dazu, wie klimafitte Schutzwälder in der Praxis umgesetzt werden können.
Dieser Text entstand in Kooperation mit Expert:innen vom Umweltbundesamt Österreich.