H2Alpin Roll-out der Wasserstoffmobilität im alpinen Raum

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Förderprogramm
Zero Emission Mobility Implementation
Abwicklungsstelle
FFG
Förderwerber
Standortagentur Tirol GmbH
Jahresprogramm
2020
Projektlaufzeit
01.01.2022 bis 31.12.2025
Fördersumme
820.882 EUR
Projektvolumen
1.711.675 EUR
Kurzbeschreibung

Für alpine Regionen stellt die Mobilität eine enorme Herausforderung in punkto Klimaschutz dar. Wasserstoff-getriebene Busse und Lkw können hier ein Teil der Lösung sein. H2-Alpin entwickelt Lösungen, um H2-Mobilität im Schwerlastbereich im alpinen Raum zu ermöglichen.

Ausgangssituation

Für alpine Regionen stellt die Mobilität eine enorme Herausforderung in punkto Klimaschutz dar. Wasserstoff-getriebene Busse und Lkw können hier ein Teil der Lösung sein.

H2-Alpin entwickelt anhand eines großangelegten interdisziplinären Demonstrationsprojektes Systemlösungen für die Mobilitätswende im alpinen Raum. Konkret geht es darum, Brennstoffzellen-Busse und -Lkw auf gebirgigen Straßen zu erproben. Dadurch sollen einerseits technische Erkenntnisse und Know-how in Bezug auf die Performance der Fahrzeuge gewonnen werden. Und zweitens geht es darum, Geschäftsmodelle und -ökosysteme für den Einsatz von Wasserstoff-Fahrzeugen zu entwickeln. Nicht zuletzt soll im Rahmen des Projekts die Infrastruktur aufgebaut werden, welche H2-Mobilität überhaupt erst ermöglicht.

Es gibt zwar schon urbane Pilotprojekte, in denen Brennstoffzellenfahrzeuge zur Anwendung kommen. Deren Ergebnisse lassen sich jedoch nicht auf den alpinen Raum übertragen. Dieser zeichnet sich u.a. aus durch Temperaturextreme, Schnee, kurvenreiche Bergstraßen sowie Transitpässe. H2-Alpin sammelt hier reale Daten zur Fahrverhalten, Wartung, Energieverbrauch etc.

Die fehlende Wirtschaftlichkeit ist die größte Hürde für den Umstieg auf wasserstoffbetriebene Mobilität. Die Beschaffung von Fahrzeugen ist für die Endanwender:innen schwer leistbar. H2-Alpin entwickelt und testet daher Beschaffungsplattformen für H2-betriebene Busse und Lkw. Der Tiroler Mobilitätskoordinator wird dies für den öffentlichen Personennahverkehr umsetzen, ein privates Unternehmen für den Güterlogistikbereich.

Um die grüne Wasserstoffversorgung auch im Schwerlastbereich sicherzustellen, müssen exakte Simulationsmodelle entwickelt werden, die alle relevanten Faktoren für eine schrittweise Umstellung auf die Null-Emissions-Mobilität abbilden. In der kleinstrukturierten, alpin- touristischen Region Tirol steht erneuerbare Energie hauptsächlich in Form eines Netzes von Wasserkraftwerken zur Verfügung. Jahreszeitliche Schwankungen im Energieangebot und im Wasserstoffbedarf sowie die Lage an einer der stärksten europäischen Transitrouten müssen zudem beachtet werden.

Der regionale Umsetzungsplan, der in Abstimmung mit Stakeholdern und unter Beachtung geltender und künftiger Normen entwickelt wird, soll helfen, sowohl den Wasserstoffproduzent:innen als auch den -anwender:innen Planungssicherheit für ihre Geschäftsmodelle zu geben. Mit den im Rahmen des Projekts H2-Alpin initiierten Maßnahmen soll die wasserstoffbasierte Mobilität in Tirol bereits bis Ende 2030 rund 17.700 T CO2 einsparen.

Schlussfolgerungen und Empfehlungen

Im Projekt H2Alpin wurden der Demonstrationsbetrieb eines FCE-LKWs und Testeinsätze von FCE-Bussen verschiedener Herstellerfirmen im alpinen Raum vorbereitet, umgesetzt und wissenschaftlich begleitet. Es konnten dabei Erfahrungen in Bezug auf Beschaffungsprozesse, Wartung und Betrieb von FCETs gewonnen, technische Anforderungen an FCEBs im ÖPNV identifiziert und die dafür notwendige Wasserstoffinfrastruktur in Kooperation mit WIVA P&G HyWest bereitgestellt werden.

Schlussfolgerungen

  1. Wasserstoffmobilität ist im alpinen Raum technisch möglich, aber stark use-case-abhängig. FCETs sind derzeit weiter entwickelt und robuster als FCEBs für alpine Anwendungen.
  2.  Der Markthochlauf wird nicht durch Technik, sondern durch Rahmenbedingungen begrenzt. Fehlende Infrastruktur, hohe OPEX und nicht technologieoffene Förderinstrumente verhindern einen breiten Einsatz.
  3. Brennstoffzelle ist keine Universallösung für den Verkehrssektor. Die Projektergebnisse sprechen für einen selektiven Einsatz von Wasserstoff, insbesondere dort, wo batterieelektrische Lösungen an ihre Grenzen stoßen (schwere Lasten, lange Distanzen, hohe Verfügbarkeit).
  4.   Beschaffungs- und Betriebsmodelle sind zentral, aber derzeit nicht tragfähig ohne Unterstützung. Ohne Risikoübernahme, OPEX-Förderung oder angepasste regulatorische Rahmenbedingungen sind wirtschaftliche Modelle nicht vorhanden. Die strategischen Erwartungen an Wasserstoff in der Mobilität müssen realistisch angepasst werden

Nationale und regionale Energieszenarien zeigen geringere Bedarfe gegenüber früheren Annahmen.

Empfehlungen

Fokus auf geeignete Einsatzbereiche („No-regret-Use-Cases“):

  • Priorisierung von schweren Nutzfahrzeugen, Spezialfahrzeugen und alpinen Sonderanwendungen, bei denen BEV technisch oder betrieblich limitiert sind.

Anpassung der Förder- und Regulierungsinstrumente

  • Einführung einer OPEX-Förderung bis zum Diesel-Äquivalent für FCETs.
  • Technologieoffene Förderkriterien (keine strukturelle Bevorzugung von BEV gegenüber FCEV).
  •  Ermöglichung von Miet- und Pay-per-use-Modellen im Rahmen öffentlicher Förderprogramme.

Koordinierter Infrastrukturausbau

  • Aufbau eines Mindestnetzes an H2-Tankstellen entlang zentraler Transit- und Logistikkorridore (AFIR-Konformität).

Weiterführung von Forschung und Demonstration

  • Fortsetzung kurz- und mittelfristiger Demonstrationsprojekte mit neuen Fahrzeuggenerationen (insb. FCE-Busse).
  • Nutzung des entwickelten standardisierten Test- und Bewertungsrahmens als Referenz („Goldstandard“) für Folgeprojekte.

Strategische Einbettung in die Energie- und Mobilitätspolitik

  • Rückkoppelung der Projektergebnisse in die Energiestrategie Tirol und vergleichbare alpine Regionen.

Projektleitung

Standortagentur Tirol GmbH
Markus Winkler
markus.winkler@standort-tirol.at

Projektpartner:innen

  • FEN Research GmbH
  • Gebrüder Weiss GmbH
  • Innsbrucker Verkehrsbetriebe
  • Jules Vernes GmbH
  • Management Center Innsbruck
  • Postbus AG
  • Tiroler Wasserkraft AG
  • Universität Innsbruck
  • Verkehrsverbund Tirol GmbH
  • Wirtschaftskammer Tirol
  • Energieagentur Tirol GmbH
  • Zillertaler Verkehrsbetriebe AG

Ergebnisse Aus dem Projekt

Ihre Ansprechperson

Portraitfoto
Clemens Gattringer, MSc
Programm-Manager