29.04.2026 – Presseaussendung

Österreichisches Know-how international gefragt

Der Klima- und Energiefonds macht erfolgreiche österreichische Lösungen weltweit sicht- und anwendbar

Die erfolgreichen Lösungen und Programme des österreichischen Klima- und Energiefonds finden zunehmend internationale Beachtung. Delegationen aus Japan, Kanada, Tschechien und zuletzt Montenegro verschaffen sich im Rahmen von Forschungs- und Studienreisen gezielt Einblicke vor Ort. Ziel dieser Besuche ist es, Förderstrategien für Forschungs-, Demonstrations- und Umsetzungsprojekte kennenzulernen und in ihren Heimatländern umzusetzen.

Montenegro: Konkrete Schritte hin zu nationalen Programmen

Derzeit nutzt Montenegro den Austausch gezielt zur Weiterentwicklung eigener Maßnahmen: Im Rahmen einer TAIEX-Studienreise informiert sich eine Delegation des Ministeriums für Energie und Bergbau über österreichische Erfahrungen mit Förderprogrammen und Public-Private-Partnerschaften im Bereich Energieeffizienz für öffentliche und private Gebäude. Im Fokus stehen die Mobilisierung von Investitionen sowie Unterstützungsangebote für Haushalte und Gemeinden mit dem Ziel, bewährte Praktiken in nationale Strategien zu übernehmen. Eine Exkursion nach St. Pölten zeigte die praktische Umsetzung: Die über 100 Jahre alten Eisenbahnerhöfe wurden im Rahmen des Klimafonds-Projekts „ZuZugLeben“ durch die ÖBB Infrastruktur AG umfassend und energieeffizient saniert und dienen als Modell für klimaresiliente, leistbare Wohnräume.

Innovationsminister Peter Hanke: „St. Pölten ist als eine von 47 Pionierstädten Teil unserer Mission ‚Klimaneutrale Stadt‘ und setzt im Rahmen dieser Initiative vielfältige Aktivitäten. Die Sanierung der Eisenbahnerhöfe ist ein wahres Vorzeigeprojekt, das das Potenzial hat, als Modell für weitere Anlagen in ganz Österreich zu dienen. Umso mehr freut es mich, dass Ideen aus Österreich auch international als Vorbild wirken.“

Japan: Vom Austausch zur Umsetzung erster Programme

Die japanische Wissenschaftlerin Keiko Takahashi arbeitet schon seit Jahren intensiv im Bereich innovativer Klimaschutz- und Bildungsprogramme. Durch wiederholte Aufenthalte in Österreich und den Austausch mit dem Klima- und Energiefonds sowie regionalen Akteur:innen gewann sie vertiefte Einblicke in die Programme „Klima- und Energie-Modellregionen (KEM)“ und „Klimawandelanpassungs-Modellregionen (KLAR!)“. Seit 2021 dienen diese als Vorbild für Programme des japanischen Umweltministeriums, das Klima-Vorzeigeregionen fördert, um Haushalte und Büros bis 2030 CO2-frei zu machen. Keiko Takahashi: „Die Programme KEM und KLAR! sind äußerst innovativ, da sie es ermöglichen, dass mehrere Gemeinden unterschiedlicher Größe gemeinsam Klimaschutz- und Anpassungsmaßnahmen vorantreiben. Für Japan war dies eine sehr wertvolle Inspiration. Obwohl es auch in Japan erste Ansätze für eine überregionale Zusammenarbeit gibt, erschweren Unterschiede in Größe und Verwaltung der Gemeinden bislang eine umfassende Umsetzung. Durch den Austausch über KEM/KLAR! ist jedoch das Interesse deutlich gestiegen, und ihre Ansätze finden zunehmend Eingang in Forschungsinitiativen, Leitfäden und politische Diskussionen.“

Tschechien: Grenzüberschreitender Klimaschutz

Die Anpassung an den Klimawandel ist auch in der tschechisch-österreichischen Grenzregion Gegenstand eines Interreg-Projektes, das in Kooperation mit dem Klimabündnis Nieder- und Oberösterreich noch bis 2027 durchgeführt wird. Miteinander prüfen die Projektpartner in Pilotregionen, ob das erfolgreiche österreichische Modell der Klimawandel-Anpassungsmodellregionen (KLAR!) auch im tschechischen Kontext anwendbar ist. In gemeinsamen Workshops und Exkursionen waren Gäste des tschechischen Umweltministeriums dazu regelmäßig im Austausch mit dem Klima- und Energiefonds. Für Regionen- und Klimaminister Norbert Totschnig einmal mehr ein Beweis dafür, dass Österreichs Regionen Vorreiter der Energiewende und die Anpassung an den Klimawandel sind: „Wir verfügen in Österreich über ein einzigartiges Netzwerk, das nicht nur dafür sorgt, dass unsere Regionen qualitätsvolle und wirtschaftlich erfolgreiche Lebensräume bleiben, sondern unterstützen uns auch dabei, die Klima- und Energieziele der Bundesregierung zu erreichen.“

Kanada: Impulse für integrierte Energiestrategien

Eine Delegation aus Kanada besuchte den Klima- und Energiefonds kürzlich im Auftrag mehrerer Ministerien, um Grundlagen für einen Bericht zu erneuerbaren Energien, Biomasse sowie zu Governance- und Kommunikationsmodellen zu erarbeiten. Im Fokus standen österreichische Förderinstrumente sowie die Rolle biogener Energie und konkrete Praxisbeispiele. Die gewonnenen Erkenntnisse liefern wichtige Impulse für integrierte Ansätze, die Forschung, Förderung und regionale Umsetzung verbinden. Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer: „Der internationale Austausch ist gerade für Energiethemen besonders wertvoll. In Zeiten globaler Energiekrisen zeigt sich, dass Energie Standortpolitik ist – günstige, sichere und saubere Energie entscheidet über Jobs, Investitionen und Wachstum.“

Die Beispiele verdeutlichen, dass internationale Studienbesuche weit mehr sind als reiner Wissenstransfer. Klima- und Energiefonds Geschäftsführer Bernd Vogl: „Dieser internationale Austausch ist für unsere Arbeit enorm wichtig. Beide Seiten lernen voneinander, die Grundlage für konkrete Programme, regulative Maßnahmen und langfristige Kooperationen wird geschaffen. Wir freuen uns, dass wir so aktiv dazu beitragen können, österreichische Modelle international sichtbar zu machen und deren Umsetzung über Länder- und Kontinentgrenzen hinweg zu fördern.“

Pressekontakt

Mag.a Katja Hoyer
Abteilungsleiterin, Pressesprecherin