14.05.2026 – Presseaussendung

Programmstart Klimaneutral und resilient: 20 Mio. Euro für Österreichs Städte

Das Bild zeigt eine Stadtszene mit modernen Wohnbauten.

Klimafonds und BMIMI unterstützen mit FTI-Ausschreibung den Umbau von Energie-, Mobilitäts- und Gebäudesystemen in Städten

Österreich kann seine Klimaziele bis 2040 erreichen. Das zeigt eine aktuelle Studie zu den Potenzialen erneuerbarer Energien. In der Praxis wird dieser Weg bereits von 47 österreichischen Städten beschritten, die zentrale Maßnahmen der Energie- und Mobilitätswende umsetzen. Mit der FTI-Ausschreibung 2026 – „Technologien und Innovationen für die klimaneutrale Stadt“ – werden weitere Forschungs- und Demonstrationsprojekte unterstützt, die wissenschaftlich begleitet werden. Ziel ist es, Städte klimaneutral und resilient weiterzuentwickeln sowie Energie-, Mobilitäts- und Gebäudesysteme umzubauen und die Klimawandelanpassung zu stärken. Dafür stellen das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) sowie der Klima- und Energiefonds rund 20 Mio. Euro zur Verfügung.

Städte sind entscheidend für den Klimaschutz: Sie verursachen rund drei Viertel der weltweiten CO₂-Emissionen und verbrauchen etwa 78 % der Energie. Entsprechend entscheidend sind Innovationen – technologisch, sozial und wirtschaftlich –, um wirksame und nachhaltige Veränderungen voranzutreiben. Österreichs Pionierstädte übernehmen dabei eine Vorreiterrolle und setzen ambitionierte Klima- und Energieziele konsequent um.

Innovations- und Infrastrukturminister Peter Hanke: „Mit der FTI-Ausschreibung 2026 setzen wir gezielte Impulse für klimaneutrale und resiliente Städte und Gebäude. Damit die Menschen auch in Zukunft gut wohnen und arbeiten können, fördern wir Forschung und Entwicklung in den Bereichen Klimaneutralität, Klimawandelanpassung und Kreislaufwirtschaft. Neben den (Pionier-)Städten sprechen wir dabei insbesondere auch gemeinnützige Bauträger an, die eine wichtige Rolle für leistbares Wohnen spielen. Denn Klimaschutz und leistbares Wohnen müssen gemeinsam gedacht werden.“

Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds, Bernd Vogl: „Im Rahmen dieser Ausschreibung werden in den Städten praxistaugliche Lösungen entwickelt, getestet und umgesetzt. Über den Austausch im Netzwerk können andere Städte dieses Know-how direkt nutzen und erfolgreiche Ansätze übernehmen. So lassen sich Lösungen einfacher verbreiten und skalieren.“

„Technologien und Innovationen für die klimaneutrale Stadt 2026“

Unterstützt wird die Entwicklung innovativer urbaner Technologien und Systeminnovationen. Pilotquartiere und -gebäude, die die Erreichung der Klimaneutralität und Klimaresilienz in (Pionier-)Städten demonstrieren, stehen dabei ebenso im Fokus. Österreichische (Pionier-)Städte, gemeinnützige Bauträger sowie alle Akteur:innen, die sich mit Forschungs- und Entwicklungsfragen in diesem Kontext beschäftigen, können sich um Fördergelder aus dem Programm bewerben.

Die Schwerpunkte der Ausschreibung sind:

1.   Urbane Technologien
2.   Urbane Systeminnovationen
3.   Urbane Pilotdemonstrationen
4.   Mobilisierung und Vernetzung für serielles und modulares Sanieren
5.   F&E Dienstleistungen

Heuer werden erstmals in Schwerpunkt 3.2 Quartiers- und Gebäudedemonstrationen kombinierte Projekte gefördert. Ein kombiniertes Projekt setzt sich aus zwei integralen, miteinander abgestimmten Teilen zusammen: einem kooperativen F&E-Projekt (Abwicklung über FFG) sowie einem innovativen Demonstrationsprojekt (Abwicklung über KPC). Mit diesem Modell können heuer erstmals auch Investitionskosten gefördert werden.

Die Projektanträge müssen mittels eCall eingereicht werden, die Frist dafür endet am 01.10.2026 (10:00 Uhr). Vorgespräche mit KPC und FFG sind bis 17.09.2026 für die Einreichung von Innovationslaboren (im Subthema 2.3) und Quartiers- und Gebäudedemonstrationen (im Subthema 3.2) verpflichtend, Beratungsgespräche mit der FFG werden zusätzlich empfohlen.

Ausschreibung:
www.klimafonds.gv.at/foerderung/tiks-2026/

Leitfaden:http://www.klimafonds.gv.at/wp-content/uploads/2026/05/Leitfaden_TIKS_2026__e_bf.pdf
http://www.klimafonds.gv.at/wp-content/uploads/2026/05/Leitfaden_TIKS_2026__e_bf.pdf

Infoveranstaltung zur Ausschreibung: 03. Juni 2026, 11:00 – 12:30 Uhr
In dieser Infoveranstaltung informieren das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur, der Klima- und Energiefonds sowie die FFG und KPC zur aktuellen Ausschreibung „Technologien und Innovationen für die klimaneutrale Stadt“. Infos und Anmeldung

Erfolgreiche Projekte mit Vorbildfunktion

Zehn österreichische Pionier-Großstädte arbeiten bereits an der Umsetzung ambitionierter Klima-, Energie- und Umweltziele. Parallel dazu haben 37 Klein- und Mittelstädte eigene Klimaneutralitätsfahrpläne entwickelt. Aufbauend auf diesen wurde anschließend eine ÖÖK-Ausschreibung speziell für Klein- und Mittelstädte gestartet, über die nun 13 Klein- und Mittelstädte ihre Klima- und Transformationsmaßnahmen weiterführen.

Ein Blick auf ausgewählte Projekte, die in vorherigen Ausschreibungen gefördert wurden, zeigt die Bandbreite und Wirkung der Maßnahmen:

In Wien wird das Projekt „U-Bahn goes circular“ umgesetzt. Am Beispiel des Ausbaus der U-Bahn-Linie U5 wird untersucht, wie Aushubmaterialien systematisch wiederverwendet und verwertet werden können. Ziel ist es, CO₂-Emissionen, Abfallmengen und den Einsatz von Primärrohstoffen zu reduzieren. Das Projekt analysiert technische Lösungen, rechtliche Rahmenbedingungen sowie neue Geschäftsmodelle. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für ein Reallabor und ermöglichen skalierbare Lösungen für künftige Infrastrukturprojekte.

In Feldbach untersucht das Projekt „Hitzeinseln“, wie grüne und blaue Infrastrukturen kombiniert werden können, um gleichzeitig gegen Überhitzung und Starkregen zu wirken. Analysiert werden Wirksamkeit, Einsatzmöglichkeiten und Kosten solcher Maßnahmen. Dazu werden Problemzonen identifiziert und Lösungen wie wasserbewirtschaftete Dächer bewertet. Die Ergebnisse liefern konkrete Entscheidungsgrundlagen für die Umsetzung und sind auf andere Städte übertragbar.

In Steyr wird mit dem Projekt „Wärmezukunft Steyr“ ein integrierter Wärme- und Kälteversorgungsplan entwickelt. Ziel ist die Transformation eines fossil geprägten Energiesystems hin zu klimaneutralen und wirtschaftlich tragfähigen Lösungen. Das Projekt verbindet technische Analysen mit organisatorischen und wirtschaftlichen Fragestellungen, etwa zur Nutzung von Anergienetzen. Die Ergebnisse schaffen konkrete Grundlagen für die Umsetzung auf Quartiersebene und sind auf andere Städte und Regionen übertragbar.

Pressekontakt

Mag.a Katja Hoyer
Abteilungsleiterin, Pressesprecherin
Logo mit zwei kräftigen, roten, stilisierten Formen auf weißem Hintergrund, die Modernität und Dynamik repräsentieren.
Carina Novy
Pressesprecherin des Bundesministers für Innovation, Mobilität und Infrastruktur