Tulln hat eine Mission und das schon seit mehr als drei Jahren. Mit dem 2021 fertiggestellten örtlichen Entwicklungskonzept und einem ergänzenden Energieraumplan, der auf Innenverdichtung statt Ausweitung setzt, hat sich die niederösterreichische Stadt in eine gute Ausgangslage gebracht. Die Stadtgemeinde, die im Juli 2022 mit dem European Energy Award in Silber aus gezeichnet wurde, geht nun einen weiteren Schritt in Richtung Klimaneutralität.
GRAU RAUS, GRÜN REIN
Ergebnis des Projektes „Tulln 2040“ ist ein genauer Fahrplan, der konkrete Ziele aufzeigt und Maßnahmen zur Umsetzung empfiehlt. Den Kern bildet eine systemisch angelegte Strategie, die verdeutlicht, wie die Stadt Klimaneutralität erreichen soll. Parallel dazu entwickelt die Stadt ein Governance-Modell, über das Aufgabenfelder und Zuständigkeiten sowie ein gegebenenfallsnotwendiger Kapazitäten- und Kompetenzaufbau geklärt werden soll. Auch das Ausloten von Finanzierungsoptionen steht am Programm.
VOM PARKPLATZ ZUM PARK
Ein erster lebender Beweis für diese Bemühungen steht den Tullner:innen seit kurzem zur Verfügung. Waren am Nibelungenplatz beim Rathaus bisher Autos abgestellt, laden jetzt auf einer – großteils entsiegelten und damit an den Klimawandel angepassten – Fläche von 8.000 m² Sträucher, Sitzgelegenheiten und schattenspendende Bäume zum Verweilen ein. Dem Projekt war ein umfassender Bürger:innenbeteiligungsprozess vorausgegangen, in einer Volksbefragung konnten die Tullner:innen 2021 aus drei unterschiedlichen Varianten wählen. Die Bewohner:innen entschieden sich für die größtmögliche Variante mit den wenigsten Parkplätzen und dem meisten Grün und haben nun einen wunderschönen Ort der Ruhe und Erholung inmitten ihrer Stadt.