EMPA-Trac

EMPA-Trac – Electric Modular Platform Architecture – Tractor: Entwicklung und Erprobung eines modularen, batterieelektrischen Trägerfahrzeugs für Kommunaltechnik und Agrarsektor bis 7,5 Tonnen Gesamtgewicht. Der Schwerpunkt der Entwicklung liegt auf dem Modulkonzept, welches es ermöglichen soll, unterschiedlichste Fahrzeugkonfigurationen aus identischen, voll integrierten Segmenten aufzubauen. Es können zwei-, drei- oder auch vierachsige Varianten realisiert werden.

Im Rahmen des EMPA-Trac-Projekts wird eine modulare E-Drive-Plattform für Kommunalfahrzeuge auf der Grundlage einer Gleichteilestrategie sehr effizient entwickelt. Die Kernkompetenz der Antriebsplattform ist der rein elektrische Triebkopf, welcher die Vorteile der präzisen Traktionskontrolle des Elektroantriebs, der gewichtsoptimierten Kraftverteilung im Fahrzeug und der Gleichteilestrategie zur Minimierung der Produktionskosten vereint. Die Entwicklung nutzt alle ökologischen Vorteile der emissionsfreien Mobilität, versteht jedoch die elektrische Antriebstechnik als Grundlagentechnologie für eine deutliche Reduktion des Gesamtgewichts sowie einer effizienten Traktionskontrolle.

Der hohe Individualisierungsgrad von Fahrzeugen in kommunalen Anwendungen begünstigt den Einsatz einer modularen, elektrischen Antriebstechnik, da ohne großen zusätzlichen Entwicklungsaufwand zwei-, drei- oder sogar vierachsige Versionen aus den gleichen Modulen aufgebaut werden können. Mittels elektrischer Nebenabtriebe (E-PTO) kann das Fahrzeug präzise an die tatsächlichen Einsatzanforderungen angepasst werden. Dadurch werden die Herstellungskosten der Fahrzeughardware wesentlich reduziert, was eine Kompensation der Kosten des Batteriepakets ermöglicht.

Das Demonstrationsfahrzeug wurde im November 2020 erstmals präsentiert und zeigt alle projektrelevanten Konstruktionsmerkmale der segmentierten, modularen Bauweise. Darüber hinaus konnte eine Kabine realisiert werden, die eine in dieser Fahrzeugklasse völlig neue, durch große Glasflächen und einfache Bedienung gekennzeichnete, neue ergonomische Richtung aufzeigt. Auch hier wurde das Gleichteileprinzip konsequent weiter gedacht und umgesetzt. Die Umrüstung von Links- auf Rechtslenker dauert gerade einmal 5 Minuten!

Die nächsten Schritte führen nun in Richtung Serienüberleitung, wobei aktuell auch eine Kooperation mit einem namhaften Hersteller aus diesem Segment möglich scheint. Es bleibt noch offen, ob der EMPA-Trac zukünftig als „Modul-Fahrzeug“ mit unterschiedlichen Achs- und Antriebskonfigurationen homologiert werden kann, oder ob jedes Fahrzeug für sich eine Vollabnahme braucht.

Projektleiter Peter Kainz:

“Dem Elektroantrieb gehört definitiv die Zukunft, denn er ermöglicht völlig neue, modulare und beinahe frei kombinierbare Fahrzeugarchitekturen, was speziell in Nischensegmenten von größter Bedeutung ist. Welche Energiespeichertechnologie jedoch am Ende die sinnvollste ist, ob große Batterien, Biomethangas-Range-Extender oder die Brennstoffzelle, wird nicht zuletzt davon abhängen, wie wir in einer ökologischen Gesamtbetrachtung den Lithiumabbau in Bolivien oder Australien bewerten oder ob Wasserstoff in Zukunft nicht mehr zu 96% aus fossilem Erdgas generiert wird. Denn „lokal emissionsfrei“ bedeutet nicht automatisch, dass das Gesamtkonzept einer Mobilitätslösung wirklich ökologisch korrekt ist. Hier haben wir noch viel Arbeit vor uns, denn eine echte Mobilitätswende darf nicht ausschließlich lokal am Fahrzeug betrachtet werden!”

Vier Konsortialpartner: 
AIT Austrian Institute of Technology GmbH,
Hellpower-Energy e. U.,
TÜV Austria Automotive GmbH
Adolf TOBIAS Gesellschaft m.b.H.

Konsortialführer:
Adolf TOBIAS GesmbH
Eduard Klinger-Straße 15
A-3423 St. Andrä-Wördern

Projektleiter:
Peter Kainz
Project Manager Prototypes 
T:0043(0)664-1498002
F:02242/38100 211
peter.kainz@stmk.or.at
kainz@tobias.at
www.tobias.at