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Presseinformationen

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Heimisches Solarthermie-Know-how ist Exportschlager der Wärmewende

11.04.2018

Internationale Konferenz „Solar District Heating“ am 11. und 12. April präsentiert Highlights der Solarbranche

46 Prozent unseres Energiebedarfs entfallen auf die Bereitstellung von Wärme. Neben anderen dezentral einsetzbaren erneuerbaren Energieträgern, wie Photovoltaik, Wind oder Biomasse, sind es vor allem solarthermische Anlagen, die einen wichtigen Beitrag zu einem zukunftsfähigen Energiesystem leisten können. Dank der konsequenten Unterstützung durch den Klima- und Energiefonds gilt Österreich heute als Musterland großer innovativer Solarlösungen. Das zeigt die internationale Konferenz „Solar District Heating“, die dieses Jahr – nach Malmö, Hamburg, Toulouse, und Billund – in Graz zum Thema „Zukunft der Fernwärme“ stattfindet. Zum 5. Mal ist sie Treffpunkt von mehr als 350 internationalen Fernwärme- und Solarexperten aus über 30 Ländern. Auch die Weltbank hat Delegationen aus mehreren Ländern – darunter etwa Weißrussland, Serbien und Kasachstan – in die steirische Hauptstadt geschickt, denn die Expertise heimischer Unternehmen hinsichtlich der Umsetzung solarer Großanlagen ist mittlerweile weltweit gefragt.

Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger: „Erneuerbare Wärme, wie z.B. aus der Solarthermie, ist ein wesentlicher Faktor in der Energiewende und auch zentraler Teil unserer integrierten Klima- und Energiestrategie #mission2030. Daher unterstützen wir auch seit vielen Jahren diesen Sektor erfolgreich gemeinsam mit dem Klima- und Energiefonds.“

Heimische Technologien erobern den Markt

Mit insgesamt 61.150,59 m2 geförderter Kollektorfläche für solare Großanlagen in Österreich, (23.691,41 m2 davon in der Steiermark), gehört Österreich zu den führenden Ländern in diesem Zukunftsmarkt weltweit. „Mit den von uns geförderten Anlagen leisten wir nicht nur einen wesentlichen Beitrag zur Energiewende und nachhaltigen Deckung unseres Wärmebedarfs. 163 Anlagen in ganz Österreich zeigen mittlerweile, dass Solarthermie bei solaren Großanlagen bis 10.000 m2 funktioniert und dienen als Vorbild für neu entstehende Projekte. Wir bauen Know-how bei heimischen Betrieben auf und machen diese fit für den globalen Wettbewerb“, freut sich Ingmar Höbarth, Geschäftsführer des Klima- und Energiefonds.

Österreich und insbesondere Graz haben sich mit dem Engagement für den Ausbau und die Umstellung der Fernwärme auf erneuerbare Energieträger bereits einen Namen in der internationalen Fernwärmebranche gemacht. Ein leuchtendes Beispiel dafür ist Österreichs größte thermische Solaranlage, die im Rahmen des Förderprogrammes entwickelt und mit rund 1 Mio. Euro vom Klima- und Energiefonds unterstützt wurde. Geplant und gebaut vom steirischen Spezialisten für solare Großanlagen SOLID ist sie gleichzeitig die weltweit größte Anlage mit wissenschaftlicher Begleitung und wird im Rahmen der Konferenz besichtigt. Seit 2006 entstand am Gelände des Fernheizwerks Graz eine Kollektorfläche von 7.750 m2, die derzeit auf 8.215 m2 ausgebaut wird und die jährlich rund 3.000 MWh in das Fernwärmenetz der Stadt Graz einspeist. Darüber hinaus werden mit der Anlage zehn unterschiedliche Kollektoren in einem einzigartigen großen Feldversuch wissenschaftlich vermessen.

„Aufbauend auf den Erfahrungen und dem Wissen, das wir durch Projekte in Österreich sammeln konnten, punkten wir heute bei ähnlichen Projekten weltweit“, so Christian Holter, Geschäftsführer von SOLID.

„Es ist unser erklärtes Ziel, den Anteil erneuerbarer Energie in der Wärmeversorgung in den kommenden Jahren deutlich zu steigern. Versorgungssicherheit mit noch mehr Nachhaltigkeit zu kombinieren, ist unser Ziel. Dabei nimmt die Solarthemie in Verbindung mit großen Wärmespeichern, wie etwa in unserem Konzept zum Großprojekt Big Solar, eine wesentliche Rolle ein“, so Vorstandssprecher Christian Purrer von der Energie Steiermark

Klima- und Energiefonds als europäischer Treiber

Das Förderprogramm „Solarthermie – Solare Großanlagen“ des Klima- und Energiefonds findet bei Marktakteuren und Vertretern aus Politik und Verwaltung europaweit große Beachtung und wurde im November letzten Jahres in Abu Dhabi mit dem Solarpreis der Internationalen Energieagentur (IEA) ausgezeichnet. Seit der Einführung des Programms im Jahr 2010 wurden 163 solarthermische Anlagen für den Einsatz von Solarwärme in Produktionsbetrieben, Wärmenetzen und zur Beheizung und Kühlung von Gewerbegebäuden errichtet.

„Die gesamte Kollektorfläche unserer geförderten Projekte verhindert bereits heute mehr als 8.200 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr. Rechnet man die Lebensdauer einer Anlage, dann sind dies 205.824 Tonnen CO2. Uns ist es besonders wichtig, diesen Weg konsequent weiter zu gehen, heimische Innovationen voranzutreiben, am Markt zu etablieren und vor allem das daraus resultierende österreichische Know-how über die Grenzen hinauszutragen. Nur so kann es gelingen, unser Energiesystem weltweit sauber, leistbar und zukunftsfähig zu gestalten“, betont Ingmar Höbarth. Das Förderbudget des Klima- und Energiefonds für Solare Großanlagen beläuft sich auf rund 16,97 Millionen Euro.

Hintergrundinformation: 5. Internationale Konferenz für solare Wärmenetze

Von 11. bis 12. April 2018 treffen sich internationale Fernwärme- und Solarexperten aus über 30 Ländern um sich mit den neuesten Konzepten und Entwicklungen im Bereich der solaren Nah- und Fernwärme zu beschäftigen. Projekte wie ‚BIG SOLAR Graz‘ ermöglichen es, auch ein städtisches Fernwärmesystem auf Erneuerbare umzustellen. Aber auch die Herausforderungen einer Millionenstadt wie Hamburg werden beim Branchentreff der solaren und erneuerbaren Wärmenetzbetreiber thematisiert und Lösungen vorgestellt. Veranstaltet wird die Konferenz von AEE INTEC, dem deutschen AGVW (Verband der 250 größten Fernwärmenetzbetreiber in D, Ö und der CH) und dem Steinpeiss-Foschungsinstitut Solites.

im Bild von Links: Christian Fink (AEE INTEC), Ingmar Höbarth (Austrian Climate and Energy Fonds), Christian Holter (SOLID) und Christian Purrer (Energie Steiermark)