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Presseinformationen

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Energieeffiziente Sportstätten als Leuchttürme für den Klimaschutz

07.02.2018

Klima- und Energiefonds-Studie analysierte Sportanlagen in Österreich: Hohes Potenzial für Nutzung von Energieinnovationen

Vom Stromfresser zum energieeffizienten Trendsetter: Vor allem große Sportanlagen wie Stadien, Sporthallen oder Hallenbäder bieten sich an, als Vorbilder in Sachen Klimaschutz zu fungieren. Das ist das Ergebnis der Studie „Innovative Energietechnologien für Sportstätten“ im Auftrag des Klima- und Energiefonds. Sie wurde 2017 im Zeitraum von sechs Monaten von dem Forschungs- und Beratungsunternehmen „e7 Energie Markt Analyse GmbH“ gemeinsam mit dem Österreichischen Institut für Schul- und Sportstättenbau (ÖISS) durchgeführt. Um Impulse für österreichische Sportstätten zu setzen, wurden nationale und internationale Best Practice Beispiele dokumentiert. Die Beispiele zeigen, wie innovative und klimaschonende Energietechnologien sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung von Sportstätten eingesetzt werden können.

Infrastrukturminister Norbert Hofer: „Mein Ziel ist, Österreich als internationalen Trendsetter für zukunftsfähige Energietechnologien zu etablieren, um damit den Wirtschaftsstandort zu stärken. Der Einsatz innovativer Energietechnologien im Bereich des Sports, der weltweit große Beachtung und intensive Beteiligung erfährt, ist ein wirkungsvoller Schritt in diese Richtung.“

„Sport verfügt bei vielen Themen über einen Multiplikator-Effekt. Durch Sportstätten bekommen innovative Technologien eine hohe Sichtbarkeit und wecken dadurch das Interesse am Klimaschutz und einer verstärkten Nutzung von energieeffizienten Systemen“, so Theresia Vogel, Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds.

Sportanlagen energieeffizient planen

Im Rahmen von „Innovative Energietechnologien für Sportstätten“ haben sich die EnergieexpertInnen von e7 und dem ÖISS mit dem verstärkten Einsatz von Energieeffizienz und erneuerbaren Energietechnologien in Sportstätten auseinandergesetzt. Neben einem Leitfaden für Entscheidungsträger liegt nun ein Sammelband mit 20 nationalen und internationalen Best Practice Beispielen vor. Außerdem werden österreichische Unternehmen als wichtige Know-how-Träger von innovativen Energietechnologien in Sportstätten in einem Technologiekatalog vorgestellt. Laut Studie sprechen die Vorteile von energieeffizienten Sportanlagen für sich: Neben technischen Innovationen und höherem Komfort für NutzerInnen werden durch den niedrigeren Energiebedarf Betriebskosten und CO2-Emissionen reduziert. „Sportstätten sind oft hohe Energieverbraucher, die häufig Leistungsspitzen aufweisen. Innovative Technologien setzen hier an, um die Nachfrage ökologisch und ökonomisch optimal zu bedienen“, so Paul Lampersberger von e7.

Zu Beginn stand eine Energieverbrauchs-Analyse unterschiedlicher Typen von Sportstätten (Sporthalle, Hallenbad, Freibad, Eissporthalle Indoor, Eissport Outdoor, Stadion, Kletterhalle) und deren Energiebedarf. Darauf aufbauend wurden Maßnahmen für Energieeffizienz und Innovation erarbeitet, die bereits in der Planungsphase von Sportanlagen für Bauherren und Planer zu berücksichtigen sind. Als Beispiele wurden unter anderem die Optimierung der thermischen Gebäudehülle, aktive Solarenergienutzung, Nah- und Fernwärme, Wärmebereitstellung durch Biomasse oder Umwelt- und Erdwärme sowie LED-Beleuchtungssysteme angeführt. Im nächsten Schritt folgten Empfehlungen zur Weichenstellung für Energieinnovationen im Sportstättenbau. Der Best-Practice-Sammelband stellt insgesamt 20 Energieinnovationen in nationalen und internationalen Sportstätten vor. Die umgesetzten Beispiele aus den Bereichen Neubau und Sanierung werden detailliert beschrieben und enthalten Eckdaten zu Energie und Kosten sowie Informationen zu den Betreibern, involvierten Planern und Technologieanbietern. Ergänzend wurde ein Technologiekatalog mit Fokus auf österreichische Unternehmen und deren Energieentwicklungen erstellt.

Wiener Generali Arena und Grazer Merkur Eishalle in Best-Practice-Sample

Das Stadion des Fußballklubs Austria Wien (Generali Arena) und die Eishalle in Graz sind hierzulande namhafte Beispiele für umweltbewusste Sanierungen. Zwei Photovoltaikanlangen in der Generali Arena sollen die Stromversorgung künftig mit 290.000 kWh pro Jahr gewährleisten. Durch die Optimierung der Beleuchtung mittels LED-Strahler rechnen die Stadionbetreiber nach der Inbetriebnahme 2018 außerdem mit einer jährlichen Strom-Einsparung von 70.000 kWh. Die Grazer Merkur Eisarena wiederum besticht mit ihrem nachhaltigen Energiekonzept: Durch den Einsatz einer Hochtemperatur-Wärmepumpe wird die Abwärme der Kälteanlage für die Wärmeerzeugung genutzt.