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Smart Grids Week 2016: Dezentrale digitale Energiewelten für nachhaltige Energiezukunft

Dezentrale digitale Energiewelten, eingebettet in supranationale Energienetze, eröffnen neue Möglichkeiten und Herausforderungen für den technischen und wirtschaftlichen Betrieb zukünftiger Infrastrukturen. Diese neuen Anforderungen an die Infrastruktur und an Marktmodelle, die Entwicklung von smarten Services und Geschäftsprozessen für kundenorientierte, dezentrale Energiesysteme und die Umsetzung von Innovations- und Vorzeigeregionen werden in dieser Woche von rund 350 nationalen und internationalen ExpertInnen im Rahmen der Smart Grids Week 2016 diskutiert. Veranstaltet wird die Smart Grids Week 2016 vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit), dem Klima- und Energiefonds und der LINZ AG.

Unsere Energiesysteme verändern sich hin zu nachhaltigen, flexibleren, dezentraleren, integrierten und intelligent vernetzten Systemen. Der Konsument wird dabei zum aktiven Teilnehmer und Produzenten und rückt somit immer stärker ins Zentrum.

Technologieminister Gerald Klug: „Forschung und Technologieentwicklung leisten einen entscheidenden Beitrag zur Entwicklung intelligenter Energienetze der Zukunft. Natürlich muss dabei gewährleistet sein, dass die österreichische Stromversorgung sicher und lückenlos funktioniert. Die Modellregionen und zahlreichen Projekte von bmvit und Klima- und Energiefonds zeigen, dass Smart Grids keine Zukunftsmusik mehr sind.“

Smart Grids Pioniere aus Österreich

Österreich hat sich bei der Entwicklung effizienter und intelligenter Energiesysteme früh und erfolgreich in der internationalen Spitzenliga positioniert, Technologiekompetenz aufgebaut und international beachtete Demonstrationsprojekte entwickelt. Mit dem vom bmvit koordinierten Strategieprozess „Smart Grids 2.0“ wird die Strategie laufend konsequent weiterentwickelt. „Die Digitalisierung, aber auch aktuelle gesellschaftliche Trends werden den Energiesektor in nächster Zeit rasant verändern. Hier entstehen Chancen für neue Technologien und technologienahe Dienstleistungen. Damit diese einerseits einen aktiven Beitrag für die Dekarbonisierung unserer Wirtschafts- und Energiesysteme leisten können und andererseits auch österreichische Anbieter auf den neuen Märkten mitspielen können, müssen wir die Innovationskräfte in Österreich rasch mobilisieren. Der entscheidende nächste Schritt ist, dass wir kreativen und dynamischen Akteuren ein Aktionsfeld bieten und neuartige Kooperationen zwischen Newcomern und etablierten Unternehmen ermöglichen“, sagt Ingolf Schädler, Sektionschef Stellvertreter für Innovation und Technologie im bmvit, anlässlich der Eröffnung der Smart Grids Week.

Das bmvit setzt hier bewusst Akzente. Im Rahmen des gestrigen „Service Innovation Day“ als Auftakt der Smart Grids Week arbeiteten Start-Ups mit ExpertInnen aus Energie- und Technologieunternehmen mit Design Thinking Methoden aus dem Silicon Valley an aktuellen Problemstellungen. Das Start-Up „Grid Singularity“ präsentierte zum Auftakt mit der „Block Chain für Energie“ eine Weltneuheit aus Österreich. „Damit bauen wir mit unseren internationalen Partnern so etwas wie ein Smartphone voller Apps für den Energiesektor. Basierend auf einem neuen dezentralen Internet, ohne einen zentralen Datensammler in der Mitte“, betonte Ewald Hesse, Gründer von Grid Singularity, in seiner Präsentation.

Die besten Teams des Tages wurden heute vom bmvit gemeinsam mit dem Klima- und Energiefonds, der Austrian Wirtschaftsservice und Österreichs Energie als „Smart Grids Pioniere 2016“ ausgezeichnet. Das Siegerteam wird im Juni die 150 weltbesten Start-Ups im Energiebereich beim „Clean Energy Ministerial“ der G20 in San Francisco treffen.

Ergebnisse des Strategieprozesses Smart Grids 2.0 münden in „Vorzeigeregion Energie“ des Klima- und Energiefonds

Mit seiner Initiative „Vorzeigeregion Energie“ wird der Klima- und Energiefonds demonstrieren, dass innovative österreichische Technologien Musterlösungen für klimafreundliche, effiziente, sichere und vor allem auch leistbare Energie- und Verkehrssysteme entwickeln können. Diese werden in den Vorzeigeregionen großflächig im Realbetrieb erprobt und demonstriert. Die Regionen sollen zeigen, dass eine Energieversorgung auf Basis von bis zu 100% erneuerbaren Energien machbar, wirtschaftlich sinnvoll und ökologisch vorteilhaft ist. „Mit dem Programm ,Vorzeigeregion Energie‘ bauen wir auf den Ergebnissen des ‚Strategieprozess Smart Grids 2.0‘ auf und bauen die gute Position Österreichs in diesem Segment weiter aus“, so Theresia Vogel, Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds.

Zukunft der Versorgungssicherheit

Kunden der LINZ AG profitieren von Versorgungssicherheit auf höchstem Niveau. Das Unternehmen zählt mit einer Ausfallszeit von lediglich 5,36 Minuten pro Kunde und Jahr zu den sichersten Netzbetreibern in ganz Europa. Damit das auch in Zukunft so bleibt, sind Intelligente Netze – also Smart Grids – unabdingbar. Dafür setzt die LINZ AG Smart Meter als Sensoren im Netz ein. Smart Meter unterstützen die Planung, die eine effiziente Netzintegration von dezentralen Erzeugungsanlagen (z. B. mit Wind, Sonne oder Wasser) ermöglichen. Sie liefern ein zeitnahes Bild des Netzzustandes im Tages- und Jahresverlauf und sichern somit ein stabiles, effizientes und zukunftssicheres Netz. Die LINZ AG hat bereits mehr als 50 Prozent ihrer Geräte auf intelligente Stromzähler umgestellt und plant bis Ende 2019 einen Ausbau auf 95 Prozent. „Ein wichtiger Teil der Versorgungssicherheit ist eine den Anforderungen der Zukunft entsprechende Infrastruktur“, so LINZ AG-Generaldirektor Erich Haider.

Smart Grids stehen für die Evolution des Energiesystems

Die Elektrizitätsinfrastruktur befindet sich im Wandel: Die Strominfrastruktur wird sich in den kommenden Jahrzehnten von einer zentral gesteuerten zu einer intelligenten, auch vermehrt dezentralen Stromversorgung weiterentwickeln müssen. Die stark steigende und dezentrale Einspeisung von Solar- und Windenergie erfordert vor allem im Mittel- und Niederspannungsbereich eine aktivere und dynamischere Steuerung. Die Infrastruktur Grundlage für den Umbau der Energieversorgung werden die Smart Grids sein, also intelligente Energienetze. Smart Grids verbinden alle Akteure des Energiesystems, sowohl dezentrale Erzeuger wie Photovoltaikanlagen, Windräder, Haushalte und Speicher als auch Verteilernetze über ein Kommunikationsnetzwerk. Die Entwicklung und die Implementierung der Smart-Grids-Technologien sind die Voraussetzung für einen energie- und kosteneffizienten Netzbetrieb – um die nachhaltige, wirtschaftliche und sichere Energie- und insbesondere Elektrizitätsversorgung zu gewährleisten.

Internationale Fachkonferenz: Smart Grids Week

Die vom bmvit initiierte und gemeinsam mit Industriepartnern und dem Klima- und Energiefonds getragene Fachkonferenz der österreichischen Smart-Grids-ExpertInnen findet bereits zum elften Mal statt – heuer von 09. bis 13. Mai 2016 in Linz. Der Schwerpunkt der SMART GRIDS WEEK | LINZ 2016 liegt auf dem Status der Umsetzung der Innovations- und Vorzeigeregionen, auf zukünftigen Anforderungen an Infrastruktur und Marktmodelle sowie auf der Entwicklung von smarten Services und Geschäftsprozessen für kundenorientierte dezentrale Energiesysteme. Aktuelle Entwicklungen im Bereich Speicher werden ebenso diskutiert. Die SMART GRIDS WEEK | LINZ 2016 ist mittlerweile die elfte Konferenz in Folge zum Thema der neuen Energieinfrastrukturen. Sie entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einer internationalen Fachkonferenz von weit überregionaler Bedeutung mit 350 ExpertInnen aus 20 Ländern.

Weitere Informationen

www.smartgridsweek.com, www.bmvit.gv.at

Download: Broschüre energy innovation austria „Smart Grids für eine zukunftsfähige Energieversorgung. Aktuelle Strategien und Lösungen“

https://www.klimafonds.gv.at/service/broschueren/energy-innovation-austria/

Die Publikation energy innovation austria stellt aktuelle österreichische Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung im Bereich zukunftsweisender Energietechnologien vor. Inhaltliche Basis bilden Forschungsprojekte, die im Rahmen der Programme des bmvit und des Klima- und Energiefonds gefördert wurden. Diese Publikation erscheint auf Deutsch und Englisch. Unter www.energy-innovation-austria.at finden Sie die Online-Versionen der bisherigen Ausgaben.

Foto: PREISVERLEIHUNG „SMART SERVICE INNOVATION CHALLENGE“ / v.l.n.r.: Lukas Bauer (has.to.be), Barbara Schmidt (Generalsekretärin Oesterreichs Energie), Petra Ledermüller (Fronius International GmbH), Edeltraud Stiftinger (Geschäftsführerin Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH,) Peter Käfer (meo-energy.com), Theresia Vogel (Geschäftsführerin Klima- und Energiefonds), Urska Starc-Peceny (Seensy), Ingolf Schädler (Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie). Fotograf:Günther Gröger, LINZ STROM Netz GmbH