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Smart Cities Austria – Ergebnisse des 2. Calls des Klima- und Energiefonds

Smart Cities – Bures: „Österreich ist am Weg zur intelligenten Urbanität“

  • Jedes 10. Smart City-Projekt in Europa findet in Österreich statt
  • 6 Sieger beim 2. Smart City-Call des Klima- und Energiefonds

„Smart Cities“ heißt die verkehrs- und technologiepolitische Antwort, wenn es darum geht, mit den Herausforderungen wachsender Städte fertig zu werden. Schon heute verbrauchen Städte weltweit 75 Prozent der Energie und sind für 80 Prozent des globalen CO2-Ausstoßes verantwortlich. Ohne den Einsatz moderner Technologien würden die wachsenden Ballungszentren automatisch zu noch mehr Staus, mehr Luftverschmutzung und noch mehr Energieverbrauch führen. Technologieministerin Doris Bures am Mittwoch im Rahmen eines Pressegesprächs: „Wir müssen mit knapper werdenden Ressourcen sorgsamer umgehen: Das sind wir unseren Kindern und unserer Umwelt schuldig. Energie muss außerdem ein für alle Menschen leistbares Gut bleiben. Warmes Wasser und beheizte Wohnungen dürfen keine Frage des Einkommens werden.“ Die Stadt der Zukunft setzt daher auf Gebäude, die keine oder wenig Energie von außen brauchen, auf umweltfreundliche Mobilität und ausreichend grüne, naturnahe Erholungsräume.

Das BMVIT investiert seit mehr als zehn Jahren strategisch in die Erforschung und Entwicklung neuer Technologien, die für die Etablierung „intelligenter Städte“ maßgeblich sind. 70 Millionen fließen jährlich aus dem BMVIT-Budget in die Energieforschung – 2011 davon allein 43 Millionen über den Klima- und Energiefonds. Mit diesen Investitionen werden beispielsweise Lösungen für mehr Energieeffizienz in Gebäuden, solare Energieerzeugung oder E-Mobilität erarbeitet. Diese Forschungsförderungs-Strategie macht sich bezahlt: Österreich nimmt eine weltweite Spitzenposition bei Passivhäusern und der thermischen Solarenergie ein. So befindet sich mehr als ein Drittel der gesamten Passivhaus-Wohnfläche der EU im kleinen Österreich. Bei der thermischen Solarenergie liegt Österreich – gemessen an der Bevölkerungszahl – weltweit auf Platz vier.

Graz, Salzburg, Villach, Weiz-Gleisdorf, Hartberg und Rheintal siegen beim

2. Smart-City Call

Über die jährlichen Smart City-Calls, die der Klima- und Energiefonds im Auftrag des BMVIT ausschreibt, sollen möglichst viele österreichische Städte oder Regionen auf den richtigen Weg zur intelligenten Urbanität gebracht werden. Gemeinsam mit der Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds, Theresia Vogel, dem Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl, Salzburgs Stadtchef Heinz Schaden und dem Villacher Bürgermeister Helmut Manzenreiter präsentierte die Ministerin am Mittwoch die Ergebnisse des 2. Smart City-Calls des Klima- und Energiefonds. Eine international besetzte Expertenjury hat aus 18 eingereichten Projekten die besten gewählt. Die Siegerprojekte kommen aus Salzburg, Villach, Graz, Weiz-Gleisdorf, Hartberg und dem Rheintal. Die Smart-Projekte dieser Städte bzw. Regionen werden nun mit insgesamt 10,6 Millionen Euro gefördert. Geschäftsführerin Vogel freute sich „über das enorme Interesse an diesem Call und die hohe transdisziplinäre Qualität der eingereichten Projekte“. Die sechs Projekte lösen Forschungsinvestitionen von 20 Mio. Euro und Infrastrukturinvestitionen von fast 100 Mio. Euro aus.

Nähere Infos zum Call und den eingereichten Projekten finden sich im Internet auch unter www.smartcities.at. Der nächste Smart City-Call – es ist der 3. seit 2010 – wird im Herbst dieses Jahres ausgeschrieben und mit 8 Millionen Euro dotiert. „Wir wollen die gute Position Österreichs noch weiter ausbauen“, so Ministerin Bures.

Österreich als Pionier und Exporteur

Europaweit nimmt Österreich eine Vorreiterrolle bei Smart City-Technologien ein. Wie das deutsche Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation errechnet hat, findet jedes zehnte europäische Smart City-Projekt in Österreich statt. Österreichische Smart City-Technologie ist auch ein bedeutendes Exportgut: So wurde Österreich von China eingeladen, die 5-Millionen Stadt Nanchang zu einer Low-Carbon-City umzugestalten. Das Austrian Institute of Technology (AIT) hat den Zuschlag für diesen Entwicklungsplan bekommen.

Bürgermeister Siegfried Nagl: „Innovative Stadtentwicklung“

„Ich freue mich sehr, im Namen der BürgerInnen und Bürger von Graz diese Auszeichnung in Empfang zu nehmen. Die Stadt Graz engagiert sich stark in den Themenfeldern Nachhaltigkeit und Ökologie. Neben der laufenden ÖV- und einer massiven Fernwärme-Offensive setzen wir auf konsequente Raumplanung und auf innovative Ansätze in der Stadtentwicklung.“

Bürgermeister Heinz Schaden: „Smarter städtischer Wohnbau“

„In der Stadt Salzburg wurden die Weichen in Richtung Smart City gestellt. Das gilt insbesondere für den städtischen Wohnbau. Hinzu kommen anderweitige Maßnahmen wie die Effizienzkontrolle des städtischen Energieverbrauchs, die intelligenten Netze ,Smart Grids‘ oder die Modellregion für Elektromobilität. Das neue, innovative Projekt im Salzburger Stadtteil Gnigl, bei welchem ja die Errichtung eines Bildungscampus im Zentrum steht, bildet einen weiteren Baustein, der nicht nur energiepolitisch sondern auch bildungspolitisch hervorzuheben ist.“

Bürgermeister Helmut Manzenreiter: „Nachhaltige Energiewende“

„Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Partnern aus der Hightech-Wirtschaft, Energieversorgern und Forschungszentren unter Einbindung der Bevölkerung eine Smart City zu werden, um eine nachhaltige Energiewende herbeizuführen. Ganz konkret soll mit dem Projekt, Vision Step I´ ein ganzheitliches Smart-City-Konzept in einem Stadtteil von Villach entwickelt und umgesetzt werden.“

Förderprogramm Smart Cities: Fortsetzung 2012

Das Förderprogramm „Smart Energy Demo – FIT for SET“ des Klima- und Energiefonds wird auch 2012 fort gesetzt. Es werden dafür Fördermittel in Höhe von acht Millionen Euro zur Verfügung stehen. Geschäftsführerin Theresia Vogel: „Mit den Smart Cities beweisen wir seit 2010 europaweit Pioniergeist – zugunsten österreichischer Unternehmen und Institutionen. Die heimische Spitzenposition im Bereich klimaverträglicher, urbaner Technologien bauen wir mit unseren Programmen weiter aus. Wir bieten auch 2012 Kontinuität und Innovation in diesem Themenfeld.“

Folgende Projekte wurden zur Förderung durch das Präsidium des Klima- und Energiefonds genehmigt:

Leitprojekt:

Steiermark: Smart City Project Graz Mitte

Kooperative F&E Projekte:

  • Kärnten: Realising Villach´s Smart City VIsion – Step I
  • Steiermark: iENERGY Weiz-Gleisdorf 2.0 – the power of a vision
  • Steiermark: Città Slow Hartberg demonstrates Smart City
  • Salzburg: Smart District Gnigl
  • Vorarlberg: Smart City Rheintal

F&E Services – Begleitmaßnahmen:

  • Demographie: Socio-demografic change and the dynamic of Austrian smart cities
  • Smart City Profile: Smart City Profiles
  • Finanzierungsmodelle: Smart Finance for Smart Cities

·         Bilanz nach fünf Ausschreibungen: 542 Projekte – 171 Millionen Gesamtförderung – 300 Millionen Investitionen ausgelöst

·         Bures: „Energieforschung für den Klimaschutz“

 

Heute, Donnerstag, hat das Präsidium des Klima- und Energiefonds weitere 30 Millionen Euro Förderbudget für die 5. Ausschreibung des Programmes „Neue Energien 2020“ beschlossen. Insgesamt werden 75 Projekte, mehrheitlich von Forschungsinstituten und Unternehmen, gefördert. Die Arbeiten konzentrieren sich vor allem auf die Bereiche Erneuerbare Energien und Smart Energy F&E.

 

„Wir investieren seit vielen Jahren konsequent in die Erforschung neuer Technologien – damit sichern wir langfristig unsere Energiezukunft und den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Österreich und leisten einen zentralen Beitrag für den Klimaschutz“, so Innovationsministerin Doris Bures. Und sie betont: „Wir werden auch in den nächsten Jahren über den Klima- und Energiefonds stark in den Bereich Energieforschung investieren. Die Schwerpunkte werden in den Bereichen der Speicherung und der Energieeffizienz in der Industrie und der Entwicklung von energieeffizienten Produkten liegen.“

 

Forschungsprojekte von gestern heute am Markt

Eingereicht wurden im Rahmen der 5. Ausschreibung insgesamt 243 Projekte, die von einer internationalen Expertenjury bewertet wurden. „Die Projekte zeigen innovative Ansätze im Bereich Smarte Wärme über thermische Speicher und solarem Wasserstoff bis zur organischen Photovoltaik und innovative Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Letztere verdanken wir sicher den Kompetenzen Österreichs im Bereich der Materialforschung“, sagt Klimafonds-Geschäftsführerin Theresia Vogel.

Projekte, die aus den ersten vier Ausschreibungen des Klima-und Energiefonds gefördert wurden, sind zum Teile bereits heute erfolgreich am Markt. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Markteinführung ist das Produkt „LED Bulb“, im Rahmen der Ausschreibung ,Energie der Zukunft‘ gefördert. Das Produkt ist heute mit 3 Millionen verkauften Exemplaren international erfolgreich. Dies verbildlicht, so Theresia Vogel, die Förderstrategie des Klimafonds hervorragend: „Wir bringen energieeffiziente, innovative Technologien schneller auf den Markt und ermöglichen somit die rasche Wirkungsweise für unser Klima.“


Zur Förderung entschiedene Projekte – eine Auswahl

 

Leitprojekt Roll2Sol

Isovoltaic wird Rolle-zu-Rolle-Prozesse für die Herstellung von Nanokomposit Solarzellenmodulen mit einem äußerst geringen Carbon Fußabdruck von nur 10 g CO2/kWh und mit einem Wirkungsgrad von mindestens 4% erforschen. Die Alleinstellungsmerkmale dieser Module (Transparenz, Farben, geringes Gewicht, Flexiblität) eröffnen durch die mögliche Kombination von elektrischer Energieerzeugung, Beschattung und attraktivem Design neue Wege zur Gebäudeintegration von Photovoltaik.

 

SmartCityGrid:CoOpt

Die koordinierte Optimierung von erneuerbarer Energie in Netzen und Gebäuden wird unter der Federführung vom AIT anhand der ENERGYBase, SOL4 real getestet. Neben validierten Optimierungsmethoden und Modellen stehen die Nachhaltigkeit der Auswirkungen und der Nutzen für Planung und Betrieb von Verteilernetzen einer Smart City im Zentrum dieses Projekts.

 

ELTSECCS

Die Degradition von Brennstoffzellen-Stacks bzw. deren Einzelkomponenten stellt einen limitierenden Faktor für die weltweite Markteinführung von Festoxidbrennstoffzellen (solid oxide fuel cells, SOFC) dar. Mit ELTSECCS erforscht die Montanuniversität Leoben Mechanismen für die Ausdehnung der Lebensdauer von SOFC Elektrolyten, Kathoden, Zellen und Stacks. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die systematische Analyse und Simulation thermomechanischer Schädigungen im Brennstoffzellen-Stack zur Optimierung der Stack-Geometrie und der Betriebsbedingungen.

 

Hintergrundinfo Programm „Neue Energien 2020“

„Neue Energien 2020“ ist das Forschungs- und Technologieprogramm des Klima- und Energiefonds. Seit seinem Start 2007 flossen insgesamt mehr als 138 Millionen Euro Fördergelder in 542 Projekte. Im Rahmen der 5. Ausschreibung wurden 243 Projekte und damit 95 Millionen zur Förderung eingereicht.

Das Programm orientiert sich an drei grundlegenden Ausrichtungen:

·         Effizienter Energieeinsatz

·         Erneuerbare Energien

·         Intelligente Energiesysteme