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Klima- und Energiefonds startet Strategieprozess: „Energiezukunft innovativ und sozial gestalten“

Der Klima- und Energiefonds stellt sich einer Jahrhundertaufgabe: der nachhaltigen, leistbaren, klimaneutralen und wirtschaftsfähigen Gestaltung unseres Energie- und Mobilitätssystems. Deutlich sichtbare Impulse – vor allem im Bereich der Technologieentwicklung für die Industrie – hat der Fonds vor allem mit seinem Energieforschungsprogramm gesetzt, in das bereits 220 Mio. Euro Fördergeld geflossen sind und damit rund 640 Projekte initiiert wurden. Um die Frage zu beantworten, wie die Energiezukunft innovativ, nachhaltig und sozial gestaltet werden und somit Energiearmut vorgebeugt werden kann, hat der Klima- und Energiefonds nun einen breit angelegten Strategieprozess gestartet.

Innovationsministerin Doris Bures: „Die soziale, nachhaltige und sichere Gestaltung unserer Energiezukunft ist eine zentrale Herausforderung. Hier geht es darum, neue, leistbare und energiesparende Technologien allen Menschen zugänglich zu machen, letztlich also darum, wie man aus technologischen Neuerungen soziale Innovationen macht.“

Der Klima- und Energiefonds hat bereits einige Pilotprojekte gegen Energiearmut gefördert. Aufbauend auf den Ergebnissen dieser Projekte soll nun ein eigener Schwerpunkt für das Jahresprogramm 2015 sowie die Folgeperioden entwickelt werden. Ziel ist es, innovative Projekte zu initiieren, die den Nutzen moderner Technologien allen Bevölkerungsschichten zugänglich machen.

Klima-und Energiefonds-Geschäftsführerin Theresia Vogel: „Im Rahmen eines Workshops haben wir zunächst Stakeholder und Konsortien miteinander vernetzt. Nur so können vollkommen neue, innovative Pilotprojekte entwickelt und umgesetzt werden.

Ziele des Strategieprozesses:

1. Entwicklung und Umsetzung konkreter Projekte

Diese dienen als konkreter Input für das Jahresprogramm 2015

2. www.energiearmut.com – Plattform für Austausch, Vernetzung und Projektentwicklung für all jene, denen die Themenbereiche Energiearmut und soziale Gestaltung der Energiezukunft wichtig sind.

Strategieprozess „Energiezukunft innovativ und sozial“ – Erste Ergebnisse:

Im Rahmen eines Kick-off Workshops in Wien wurden Stakeholder aus den unterschiedlichsten Bereichen (Ministerien, Sozialpartner, Sozialeinrichtungen, Forschungseinrichtungen, Universitäten, EVUs etc.) dazu eingeladen, sich über ihre bisherigen Projekte auszutauschen und gemeinsam eine Standortbestimmung zu vorzunehmen. Dabei wurde festgestellt: Es gibt bereits gute Ideen, aber es fehlt an Partnern, um diese langfristig und flächendeckend umzusetzen. Darüber hinaus beschränken sich bisherige Projekte noch zu stark nur auf die einkommensschwache Zielgruppe – das Thema „soziale Energiewende“ muss breiter gefasst werden, stelten die ExpertInnen fest. Die Evaluation einzelner Projekte zeigt außerdem, dass bisher umgesetzte Maßnahmen zum Teil noch nicht den erwünschten Erfolg erzielen.

Zitate einiger TeilnehmerInnen:

„In den letzten sechs Jahren haben wir bereits einige Forschungsprojekte, vor allem zum Thema Energiearmut, durchgesetzt. Dabei haben wir viele Daten sammeln können; nun geht es darum diese Ergebnisse weiter zu verbreiten und konkrete Umsetzungsprojekte zu starten. Dafür brauchen wir Partner aus Politik und Wirtschaft und freuen uns daher ganz besonders, dass der Klima- und Energiefonds nun diese Initiative gestartet hat!“

(Dr. Anja Christanell, ÖIN – Österreichisches Institut für nachhaltige Entwicklung)

„Die wichtigste Frage in dieser Diskussion ist: Wer sind die Zielgruppen? Mit EU-SILC (Erhebung zu den Einkommens- und Lebensbedingungen) gibt es zwar eine errechnete Armutsgefährdungsschwelle, aber diese sagt nichts darüber aus, wie es den Menschen tatsächlich geht, wie sie leben. Menschen, die Einkommen über der Armutsgefährdungsschwelle haben, kann es aufgrund der Lebensumstände (familiäre Situation, Verschuldung, Arbeitslosigkeit, Behinderung, schlechte Wohnbedingungen etc.) schlechter gehen, als Personen unter der Armutsgefährdungsschwelle. Sollen Zielgruppen identifiziert werden, dann ist die Frage, wo und wie setzt man Schwellen? Die Herausforderung besteht darin, Daten und Zielgruppen so zu definieren, dass so viele Menschen wie möglich erreicht werden. Ich hoffe, dass wir durch die Vernetzung unterschiedlicher Institutionen diese Herausforderung meistern werden.“

(Mag. Anna Riebenbauer, Sozialministerium)

„Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass viele Projekte daran scheitern, dass die Botschaften nicht bei der Zielgruppe ankommen. Nicht weil sie die Sprache nicht verstehen, sondern weil es Verständnisprobleme (zB. aufgrund des Bildungsniveaus) gibt. Wichtig für den Erfolg zukünftiger Projekte wird sein, einen besonders niederschwelligen Zugang zur jeweiligen Zielgruppe zu finden.“

(Angela Vaverka / Wien Energie)

www.energiearmut.at