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Internationaler Photovoltaik-Forschungsgipfel in Wien

Das Institut für Erneuerbare Energie an der Fachhochschule Technikum-Wien begrüßte am 10. März 2015 mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) und des Klima- und Energiefonds international renommierte Photovoltaik-ExpertInnen zu einem internationalen IEA-Photovoltaik Workshop. Prominenter Gast war der amerikanische Spitzenforscher Garvin Heath, einer der weltweit führenden Wissenschaftler im Bereich Erneuerbare Energieforschung vom National Renewable Energy Laboratory in Golden/Colorado.

Innovative PV-Technologie im Alltag angekommen

Photovoltaik ist in den letzten Jahren zur etablierten Technologie im Energiemarkt gereift. Die rasante Entwicklung stellt die PV-Branche vor die Herausforderung, die Produktion von nachhaltiger Energie aus Sonnenkraft langfristig und über den gesamten Lebenskreislauf der Anlagen sicherzustellen. Es gilt, die Energiebilanz der Technologie zu optimieren – vom Bau, über die Nutzung, bis hin zum Recycling der Anlagen. Fragen wie der Ressourceneinsatz von Wasser und Rohstoffen für die Produktion und das Recycling der Anlagen aber auch zur Sicherheit der Technologie stehen heute im Zentrum des Forscher-Interesses und legen die Schienen für den weiteren Weg zu einer Massentechnologie. Im Rahmen des Workshops wurden innovative Ansätze diskutiert und aktuelle, internationale Forschungserkenntnisse in Beziehung zur Entwicklung am Österreichischen PV-Markt und in der heimischen Energieforschung gestellt.

Energieforschung und Photovoltaik-Technologie made-in-Austria

Der PV-Markt wächst seit Jahren rasant. Jährlich werden weltweit etwa 40 Gigawatt an neuer Leistung installiert, das entspricht der Leistung von 40 konventionellen fossilen Kraftwerken. In Österreich stammen etwa 1,3% der gesamten Stromerzeugung aus der Kraft der Sonne – Tendenz steigend.

Die österreichische Photovoltaikindustrie ist breit aufgestellt und beschäftigt sich mit der Herstellung von Modulen, der Installation von Anlagen, der Herstellung von Wechselrichtern, mit Forschung und Entwicklung sowie weiteren Zusatzeinrichtungen und Komponenten. Die Exportquote beträgt nahezu 100%. Mit sinkenden Kosten – eine Anlage ist heute etwa 75% billiger als noch vor etwa 6 Jahren – und hoher Innovationskraft ist die Photovoltaik längst ein etablierter und wachsender Wirtschaftszweig. Die Stromerzeugung aus Photovoltaik steht heuer in Österreich erstmals an der Grenze von einer Milliarde Kilowattstunden und schafft rund 5.000 heimische Arbeitsplätze (Vollarbeitsplätze 2013).

Auch die heimische PV-Forschungsszene ist hoch aktiv. Seit 2007 setzt der Klima- und Energiefonds mit den Energieforschungsprogrammen gezielt auf die Entwicklung innovativer Photovoltaiktechnologien. Mehr als 50 Forschungsprojekte wurden mit 28 Millionen Euro unterstützt. Das entspricht einem Anteil von mehr 10 % an den Fördermitteln für die Energieforschung des Klima- und Energiefonds. Im Mittelpunkt stehen die Erhöhung der Wirkungsgrade, die Entwicklung effizienter Produktionsverfahren, der Einsatz neuer Materialien sowie die Erhöhung der Lebensdauer von Komponenten.

Hintergrund zum Workshop

Österreichische PV-Forschung in internationalem Netzwerk

Der Forschungsgipfel ist Teil des „Photovoltaic Power Systems Programme“, der weltweit größten Forschungsplattform im Bereich Photovoltaik. Unter dem Dach der Internationalen Energieagentur (IEA) bietet es seit über 16 Jahren eine Plattform für angewandte Forschungsaktivitäten und Markteinführungsstrategien am Gebiet der Photovoltaik. Derzeit werden 7 Forschungsaktivitäten „Tasks“ durchgeführt, 5 weitere sind bereits erfolgreich beendet worden. Österreich ist in 5 der 7 laufenden Tasks durch ExpertenInnen vertreten. Die heimische Forschungsszene spielt so eine international wichtige Rolle und kann über das Programm auf dem Know-how der weltweit führenden Photovoltaik-Expertinnen in nationalen und europäischen Forschungsaktivitäten aufbauen.

Der internationale Vernetzungs-Workshop „PV – Environmental Health and Safety“ fand erstmals in Wien statt. Die ForscherInnen diskutierten im Workshop den gesamten Lebenszyklus von Photovoltaik-Anlagen, die Frage des Recyclings und andere umwelt- und sicherheitsrelevante Themen in der Photovoltaik.

International Energy Agency

Die Internationale Energieagentur (engl. International Energy Agency) ist eine autonome Organisation, bestehend aus 28 OECD-Ländern, die eine unterstützende Rolle in der internationalen Energiepolitik innerhalb und außerhalb ihrer Mitgliedsländer spielt. Sie fördert einen internationalen Dialog über Energiethemen, führt (direkt und indirekt) Forschung durch und stellt Statistiken, Analysen und Empfehlungen bereit. Ihr Augenmerk ist im Wesentlichen auf Energiesicherheit, ökonomische Entwicklung, Umweltbewusstsein und internationales Engagement gerichtet.

Ihre Gesprächspartner

Garvin Heath, Internationaler Gastsprecher, Senior Scientist am National Renewable Energy Laboratory in Golden/Colorado und Leiter des Task 12 „Evironmental health and safety“ des IEA Photovoltaikprogrammes

Hubert Fechner, IEA-PVPS Vice Chair und Obmann der österreichischen Technologieplattform Photovoltaik, FH Technikum Wien

Michael Paula, Leiter der Abteilung für Energie- und Umwelttechnologien Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie in Wien

Theresia Vogel, Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds

Zum Gastsprecher

Garvin Heath ist Senior Scientist im strategischen Energie Analyse Zentrum des National Renewable Energy Laboratory (NREL). Er befasst sich mit der Analyse des Umwelteinflusses von Energiesystemen mittels Life-Cycle Bewertung, Luft-Qualitäts-Modellierung und Nachhaltigkeitsanalyse. Heath promovierte an der University of California Berkeley in der Energie und Ressourcen Gruppe der Universität. Zudem trägt er einen Master of Science (MS) Titel in „Environmental Engineering“ von der UC Berkeley. In seiner bisherigen Laufbahn war Heath unter anderem als Umweltingenieur am US EPA tätig und engagierte sich in zahlreichen Forschungsaufträgen mit Wissenschaftlern am Lawrence Berkeley National Laboratory and Environmental Defense Fund. Garvin Heath hat derzeit eine Forschungsposition an der University of Colorado in Boulder inne.