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bmvit und Klimafonds: Forschungsprojekt „COMTES“ erzielt Weltrekord bei Speicherdichte

Projektbilanz: Gespeicherte Solarwärme deckt 85% des Warmwasser- und Raumwärmebedarfs im Winter

Für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende ist die effiziente Speicherung von Wärmeenergie eine der zentralen Herausforderungen der nächsten Jahre. Hier setzt das vom Klima- und Energiefonds in Kooperation mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (bmvit) und der Europäischen Kommission geförderte europäische Speicher-Forschungsprojekt „COMTES – Combined development of compact thermal energy storage technologies“ an. Ein halbes Jahr nach Inbetriebnahme der „Real-Size“-Testanlage in Gleisdorf zogen die Projektbetreiber unter der Leitung von AEE INTEC nun bei einer Pressekonferenz eine erfolgreiche Bilanz: Mit der über den Sommer gespeicherten Solarwärme konnten 85 Prozent des Warmwasser- und Raumwärmebedarfs der Heizperiode gedeckt und zusätzlich ein Weltrekord bei der Speicherdichte erzielt werden.

Die Klimakonferenz in Paris hat den Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energien eingeläutet. Um Erneuerbare massiv ausbauen zu können braucht es neue Speicherkonzepte. Gerade die Wärmeenergie spielt dabei eine zentrale Rolle: Während deren Bereitstellung die Hälfte des gesamten Energiebedarfs in Österreich und der EU ausmacht, liegt der Erneuerbaren-Anteil noch weit unter 30 Prozent. Mit Vorzeigeprojekten wie COMTES liefert Österreich einen entscheidenden Baustein für deren Ausbau. „Österreich ist sich der Herausforderungen bewusst und nimmt mit visionärer und innovativer Forschungsarbeit im Bereich der Energietechnologien eine Vorreiterrolle bei der Energiewende ein. Das hilft uns neue Märkte zu erschließen und trägt somit wesentlich zur heimischen Standortsicherung bei“, ist Michael Paula, Leiter der Abteilung für Energie- und Umwelttechnologien im Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie überzeugt.

Neues Speicherkonzept ebnet Weg in Energiezukunft

Gemeinsam mit Forschungspartnern der Universitäten Stuttgart und Wildau sowie mit dem Industriepartner Vaillant ist es AEE INTEC gelungen, 85 Prozent des Warmwasser- und Raumwärmebedarfs in der Heizperiode mit Hilfe von gespeicherter Solarwärme aus den Sommermonaten zu decken. Dabei wurde mit 180 kWh pro m³ Speichermaterial ein neuer Weltrekord in der Speicherdichte mit dieser neuen Technologie erreicht. „COMTES hat damit schon nach einem halben Jahr Betrieb einen neuen Weltrekord aufgestellt. Das ist der Beweis, dass wir mit dem Energieforschungsprogramm des Klima- und Energiefonds genau jene heimischen Projekte unterstützen, die neue und effektive Wege in der drängenden Frage der Energiespeicherung eröffnen“, betont Theresia Vogel, Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds.

Forschungserfolg wirkt langfristig in neuen Bereichen

Die Erkenntnisse des Projekts COMTES eröffnen auch in verwandten Forschungsfeldern neue Wege. So fließen diese etwa direkt in das Leitprojekt „Tes4seT – Thermal Energy Storage for Sustainable Energy Technology“ ein. Hier erprobt AEE INTEC mit seinen Partnern, ebenfalls mit Unterstützung des Klima- und Energiefonds, die Übertragung des erfolgreichen Speicherprinzips auf Anwendungsbereiche in der Industrie und den Automotiv-Bereich. „Mit der Schaffung von neuen Testanlagen und der gleichzeitigen Durchführung von vier Diplom- und einer Dissertationsarbeit alleine im Themenbereich „Neue Thermische Speicher“ setzen wir auf die erfolgreiche Vernetzung zwischen Universitäten und der angewandten Forschung“, hebt Ewald Selvička, Geschäftsführer AEE INTEC, hervor. Informationen zu „Tes4seT“ unter:
http://www.energy-innovation-austria.at/article/leitprojekt-tes4set/

Das Energieforschungsprogramm des Klima- und Energiefonds

Der Klima- und Energiefonds fördert – dotiert aus Mitteln des bmvit – Forschungs- und Technologieentwicklungsprojekte an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Im Mittelpunkt stehen die Themen Energieeffizienz und Energieeinsparung, erneuerbare Energien, innovative Mobilitäts- und Verkehrstechnologien, intelligente Netze und Speicher. Seit 2007 hat der Klima- und Energiefonds nunmehr insgesamt 371 Mio. Euro in mehr als 850 Energie-und Mobilitätsforschungsprojekte investiert. Im Rahmen seines diesjährigen Energieforschungsprogrammes stehen weitere 30 Mio. Euro zur Verfügung.

Gleisdorf SOLAR 2016 – Internationale Konferenz für solares Heizen und Kühlen

Neue Geschäftsmodelle, Hybridsysteme, aber auch innovative Komponenten- und Systementwicklungen sowie zukunftsweisende Speichertechnologien sind von eminenter Bedeutung für eine erfolgreiche Zukunft der Solarthermie. Vor diesem Hintergrund orientiert sich die vom bmvit unterstützte Konferenz „Gleisdorf SOLAR 2016″ an neuen und innovativen Lösungen. Abseits einer Exkursion am Mittwoch, den 08. Juni 2016, informieren am 09. und 10. Juni führende ExpertInnen aus über 20 Ländern im Rahmen der Konferenz über die Ergebnisse neuer Forschungsprojekte, aktuelle Entwicklungen sowie erfolgreiche Demonstrationsprojekte.