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3 Millionen Euro für die umfassende thermische Sanierung betrieblicher Gebäude

  • Berlakovich: Zentraler Schritt in Richtung Energieautarkie
  • 37 realisierte Leuchtturmprojekte setzen neue Maßstäbe
  • Klimafonds gibt bei höheren Förderquoten hohe Standards vor

Die Klimaziele geben den Weg vor. Schon in wenigen Jahrzehnten soll der Gebäudesektor frei von Treibhausgas-Emissionen sein. Dazu muss man aufgrund der Langlebigkeit von Sanierungen schon heute den Weg für ambitionierte Sanierungen einschlagen. Sanierungen, die den Weg zum Gebäude als Kraftwerk gehen, sind daher die klare Strategie des Förderprogramms „Mustersanierung“ des Klima- und Energiefonds, das heute startet. Umweltminister Berlakovich: „Der heutige Sanierungsstandard legt die Emissionen der Gebäude für die nächsten 40 Jahre fest. Durch die Beispielwirkung der Mustersanierung werden wesentliche Impulse für die Verstärkung der Sanierungstätigkeit auf Best-Practice-Standard gesetzt und der optimale Einsatz erneuerbarer Energietechnologien forciert. Ein weiteres, wichtiges Puzzleteil für den Weg in die Energieautarkie Österreichs“.

Bis 19.10.2012 stehen in Summe drei Millionen Euro für umfassende Sanierung betrieblich genutzter Gebäude, wie etwa Tourismus- oder Bürogebäude, und öffentliche Gebäude, wie etwa Schulen, Kindergärten und Gemeindegebäude, zur Verfügung. Ausgenommen von der Förderung sind auch heuer Private. Aufgeteilt ist das Budget auf zwei Förderprogramme: 1,5 Millionen Euro stehen im Programm „Mustersanierung“ selbst zur Verfügung, weitere 1,5 Millionen im Förderprogramm „Klima- und Energie Modellregionen“.

37 realisierte Projekte – von der Pension bis zum Gesundheitszentrum

Seit 2008 wurden mit Mitteln des Klima- und Energiefonds bereits 37 Gebäude nach den hohen Standards der „Mustersanierung“ saniert. Der Bogen spannt sich dabei von kleinen Pensionen über Bankgebäude bis hin zu einem großen Gesundheitszentrum. Klima- und Energiefonds Geschäftsführer Ingmar Höbarth: „Diese Häuser sind die Spitze der Sanierungsbewegung. Die Einsparungen von Energie und Betriebskosten reichen vom Faktor 10 bis hin zum Standard von Passiv- und Plus-Energie-Häusern! Diese ambitionierten Beispiele zeigen, was technisch schon heute möglich ist und sind gute Modelle für Nachahmer – das ist unser zentrales Ziel.“

Die Förderhöhe für umweltrelevante Mehrinvestitionskosten je Projekt liegt bei bis zu 600.000 Euro. Wer zum Passivhaus saniert, bekommt neben dem Basis-Fördersatz von 45 Prozent weitere 5 Prozent Bonus, wer zum Plusenergiehaus saniert 10 Prozent und wer Dämmstoffe mit dem österreichischen Umweltzeichen nutzt, kann weitere 5 Prozent erhalten. Der Anteil an erneuerbaren Energieträgern muss 80 Prozent betragen, die OIB-Richtline um 60 Prozent unterschritten werden. Additiv zu Sanierungen werden auch PV Anlagen, Biomasse Anlagen, Thermische Solaranlagen und Wärmepumpen gefördert. Neu ist, dass auch Messtechnik für Energiemonitoring gefördert wird, was sehr wichtig für den optimalen Betrieb des Gebäudes ist.

Hintergrundinformation „Mustersanierung“

Im Rahmen des Förderungsprogramms „Mustersanierung“ legt der Klima- und Energiefonds besonderen Fokus auf einen möglichst hohen Einsatz erneuerbarer Energien, den Einsatz klimaschonender Rohstoffe und Produkte bei der Sanierung, technische und ökonomische Multiplizierbarkeit, Maßnahmen zur Energieeffizienz, keinen oder geringstmöglichen Kühlbedarf sowie einen hohen Innovationsgehalt.

Insgesamt standen bisher für das Förderprogramm „Mustersanierung“ 13  Mio. Euro zur Verfügung (2008: 6 Mio. Euro, 2010: 4 Mio. Euro, 2011: 3 Mio. Euro). 2012 kommen laut Jahresprogramm 1,5 Millionen Euro im Programm „Mustersanierung“ hinzu, weitere 1,5 Millionen Euro sind im Programm „Klima- und Energie Modellregionen reserviert.

Die wichtigsten Förderkriterien 2012:

  • Unterschreitung der OIB Richtlinie >= 60%
  • Anteil Erneuerbare Energien >= 80%
  • Max. 600.000,- Euro Förderung/Projekt
  • Gebäude muss vor dem 1.1.1990 errichtet worden sein
  • PV: bis zu 100 kWp werden gefördert – 800 Euro/kWp
  • Einreichung bis 19.10. 2012 – first come first serve

·         Bilanz nach fünf Ausschreibungen: 542 Projekte – 171 Millionen Gesamtförderung – 300 Millionen Investitionen ausgelöst

·         Bures: „Energieforschung für den Klimaschutz“

 

Heute, Donnerstag, hat das Präsidium des Klima- und Energiefonds weitere 30 Millionen Euro Förderbudget für die 5. Ausschreibung des Programmes „Neue Energien 2020“ beschlossen. Insgesamt werden 75 Projekte, mehrheitlich von Forschungsinstituten und Unternehmen, gefördert. Die Arbeiten konzentrieren sich vor allem auf die Bereiche Erneuerbare Energien und Smart Energy F&E.

 

„Wir investieren seit vielen Jahren konsequent in die Erforschung neuer Technologien – damit sichern wir langfristig unsere Energiezukunft und den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Österreich und leisten einen zentralen Beitrag für den Klimaschutz“, so Innovationsministerin Doris Bures. Und sie betont: „Wir werden auch in den nächsten Jahren über den Klima- und Energiefonds stark in den Bereich Energieforschung investieren. Die Schwerpunkte werden in den Bereichen der Speicherung und der Energieeffizienz in der Industrie und der Entwicklung von energieeffizienten Produkten liegen.“

 

Forschungsprojekte von gestern heute am Markt

Eingereicht wurden im Rahmen der 5. Ausschreibung insgesamt 243 Projekte, die von einer internationalen Expertenjury bewertet wurden. „Die Projekte zeigen innovative Ansätze im Bereich Smarte Wärme über thermische Speicher und solarem Wasserstoff bis zur organischen Photovoltaik und innovative Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Letztere verdanken wir sicher den Kompetenzen Österreichs im Bereich der Materialforschung“, sagt Klimafonds-Geschäftsführerin Theresia Vogel.

Projekte, die aus den ersten vier Ausschreibungen des Klima-und Energiefonds gefördert wurden, sind zum Teile bereits heute erfolgreich am Markt. Ein Beispiel für eine erfolgreiche Markteinführung ist das Produkt „LED Bulb“, im Rahmen der Ausschreibung ,Energie der Zukunft‘ gefördert. Das Produkt ist heute mit 3 Millionen verkauften Exemplaren international erfolgreich. Dies verbildlicht, so Theresia Vogel, die Förderstrategie des Klimafonds hervorragend: „Wir bringen energieeffiziente, innovative Technologien schneller auf den Markt und ermöglichen somit die rasche Wirkungsweise für unser Klima.“


Zur Förderung entschiedene Projekte – eine Auswahl

 

Leitprojekt Roll2Sol

Isovoltaic wird Rolle-zu-Rolle-Prozesse für die Herstellung von Nanokomposit Solarzellenmodulen mit einem äußerst geringen Carbon Fußabdruck von nur 10 g CO2/kWh und mit einem Wirkungsgrad von mindestens 4% erforschen. Die Alleinstellungsmerkmale dieser Module (Transparenz, Farben, geringes Gewicht, Flexiblität) eröffnen durch die mögliche Kombination von elektrischer Energieerzeugung, Beschattung und attraktivem Design neue Wege zur Gebäudeintegration von Photovoltaik.

 

SmartCityGrid:CoOpt

Die koordinierte Optimierung von erneuerbarer Energie in Netzen und Gebäuden wird unter der Federführung vom AIT anhand der ENERGYBase, SOL4 real getestet. Neben validierten Optimierungsmethoden und Modellen stehen die Nachhaltigkeit der Auswirkungen und der Nutzen für Planung und Betrieb von Verteilernetzen einer Smart City im Zentrum dieses Projekts.

 

ELTSECCS

Die Degradition von Brennstoffzellen-Stacks bzw. deren Einzelkomponenten stellt einen limitierenden Faktor für die weltweite Markteinführung von Festoxidbrennstoffzellen (solid oxide fuel cells, SOFC) dar. Mit ELTSECCS erforscht die Montanuniversität Leoben Mechanismen für die Ausdehnung der Lebensdauer von SOFC Elektrolyten, Kathoden, Zellen und Stacks. Ein weiteres wichtiges Ziel ist die systematische Analyse und Simulation thermomechanischer Schädigungen im Brennstoffzellen-Stack zur Optimierung der Stack-Geometrie und der Betriebsbedingungen.

 

Hintergrundinfo Programm „Neue Energien 2020“

„Neue Energien 2020“ ist das Forschungs- und Technologieprogramm des Klima- und Energiefonds. Seit seinem Start 2007 flossen insgesamt mehr als 138 Millionen Euro Fördergelder in 542 Projekte. Im Rahmen der 5. Ausschreibung wurden 243 Projekte und damit 95 Millionen zur Förderung eingereicht.

Das Programm orientiert sich an drei grundlegenden Ausrichtungen:

·         Effizienter Energieeinsatz

·         Erneuerbare Energien

·         Intelligente Energiesysteme