Diese Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen.
Mit der Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden. Alle Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Schließen

Klimafonds
Dossier
Urbane Kühlung

Projekt
Smart Water City

Im wasserreichen Österreich entwickeln ForscherInnen intelligente und nachhaltige Systeme, um dieses kostbare Gut effektiv und effizient unter anderem für urbane Kühlzwecke einzusetzen.

Stand: Mai 2019

Im Sondierungsprojekt „Smart Water Control“ wurden die Grundlagen für eine intelligente, urbane Wasserinfrastruktur erarbeitet. Dazu wurde am Campus Technik der Universität Innsbruck (auch Smart Campus genannt) ein engmaschiges Sensor- und Steuerungsnetz für die Wasserversorgung, Siedlungsentwässerung und Abwasserentsorgung aufgebaut. Beispielsweise werden Regenmenge, Windstärke und -richtung, aber auch Luftfeuchtigkeit und Temperatur sowie der Wasserverbrauch von Gebäuden beinahe in Echtzeit gemessen. Anhand dieser hochaufgelösten Daten können Störfälle wie beispielsweise Rohrbrüche zeitnah erkannt und rasch Problemlösungen veranlasst werden. Zudem kann die Leistungsfähigkeit von vorhandenen Ressourcen wie Versickerungsanlagen und Kanalisation optimiert und besser aufeinander abgestimmt werden.

Im Nachfolgeprojekt „Smart Water City“ werden die Untersuchungen nun weiter vorangetrieben. Ziel ist es, damit die Auswirkungen einer vernetzten Wasserinfrastruktur auf die Zivilgesellschaft und umgekehrt noch besser zu ergründen und aufgrund der ganzheitlichen Betrachtungsweise neue Ansätze für den Betrieb und intelligente Steuerung umzusetzen. Es werden zudem innovative Dienstleistungen erprobt sowie die ökologischen und sozialen Auswirkungen und der kommunale Mehrwert entsprechender Systeme untersucht und errechnet.

Ein modernes, integratives Konzept für die urbane Wasserinfrastruktur bewegt sich weg von den traditionellen, zentralen Ansätzen (Kanalnetz) hin zu dezentralen, öffentlichen Lösungen für eine Behandlung vor Ort. Zu den dezentralen Anlagenteilen zählt auch grüne Infrastruktur. Diese architektonischen Städtebauelemente haben multifunktionale Eigenschaften und kommen vermehrt in urbanen Siedlungsgebieten zum Einsatz. Beispiele zu grüner Infrastruktur sind „Rain Gardens“ und grüne Fassaden, aber auch Gründächer und Versickerungsanlagen. Diese bepflanzten Versickerungs- und Verdunstungsbeete wirken der Versiegelung entgegen, sind positiv für Mikroklima und Wasserhaushalt, helfen den Grundwasserkörper zu erneuern und entlasten die traditionelle Infrastruktur (Kanalisation). Nicht zuletzt reduzieren sie auch den Wärmeinsel-Effekt und tragen so zu einem angenehmeren Aufenthaltsklima in der Stadt bei. Durch den zielgerichteten Einsatz von innovativer Informations- und Kommunikationstechnologie kann die grüne Infrastruktur in Echtzeit überwacht und gesteuert werden.

Diese „smarte, grüne Infrastruktur“ stellt im Bereich des urbanen Wassermanagements absolutes Neuland dar. Dazu werden im Projekt neue Betriebs- und Wartungsmodelle als Multi-Akteur-Partnerschaften entwickelt, wie zum Beispiel das „smarte Regentonnen“ Konzept. Dabei handelt es sich um ein in Echtzeit kontrollierbares Speichervolumen für eine innovative Regenwasserbewirtschaftung (Rückhalt von Niederschlagswasser für Bewässerungszwecke), das auf Haushaltsebene installiert wird. Die smarten Regentonnen können als Verbindungselement zwischen bestehender, zentraler Infrastruktur (Kanal) und der dezentralen (grünen) Infrastruktur eingesetzt werden. Beispielsweise kann Regenwasser von angrenzenden Dächern oder Verkehrsflächen in Abhängigkeit der Auslastung in die grüne Infrastruktur geleitet werden, was die Abflussspitzen im Kanal reduziert. Zudem kann während Hitzeperioden gezielt Wasser für die Bewässerung eingesetzt werden (Reduktion Trinkwasserverbrauch), um durch die erhöhte Verdunstung urbanen Wärmeinseln entgegenzuwirken.

Die Eckdaten

  • Projektzeitraum: 04/2019-03/2021
  • Konsortialführer: Universität Innsbruck (Institut für Infrastruktur)
  • Partner: G. Bernhardt’ Söhne Ges.m.b.H., Sensor Network Services GmbH, DI Karl Grimm
  • Förderung durch Klima- und Energiefonds: rund 131.000 Euro
  • Gesamtkosten des Projekts: rund 239.000 Euro
  • Weitere Informationen unter https://smartcities.at/stadt-projekte/smart-cities/#smart-water-city