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Klimafonds
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Blackout

Statement
Versorgungssicherheit ist keine Selbstverständlichkeit!
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Theresia Vogel ist Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds.

Von der Verkehrssteuerung über die Wasserversorgung bis hin zu Finanzdienstleistungen und dem eigenen Smartphone – fast alle Bereiche unseres Zusammenlebens sind auf eine funktionierende Stromversorgung angewiesen. Der Ausfallsicherheit der Strominfrastruktur kommt daher eine immer größere Bedeutung zu.

Stand: Dezember 2020

Nie zuvor in unserer Geschichte waren so viele Menschen auf das reibungslose Funktionieren hoch entwickelter, präzise koordinierter und voneinander abhängiger Strukturen angewiesen wie heute. Digitale Technologien tragen zu mehr Produktivität, Präzision und Effizienz bei und erleichtern nicht zuletzt auch die dringend notwendige Transformation unseres Energiesystems. Sie erleichtern aber auch die Koordination unseres Alltags. Viele von uns führen Einkaufslisten nur mehr am Smartphone, wir reservieren Sitzplätze für Bus und Bahn über Apps, verschicken Dienstpläne online und synchronisieren sie automatisch mit unserem Kalender. Vorträge werden immer öfter in digitalen Klassenzimmern gehalten und Unterhaltungen mit weit entfernt lebenden Freunden verlegen wir auf digitale Plattformen. Ist doch schön, nicht nur wie am Telefon miteinander sprechen zu können, sondern sich dabei auch von „Angesicht zu Angesicht“ zu sehen.

Voraussetzung, um all diese Vorteile, Möglichkeiten und Potenziale nutzen zu können, ist eine funktionierende Stromversorgung. Ohne Strom keine Vernetzung, ohne Elektrizität keine Produktion, ohne Smartphone und Internet nur eingeschränkte Kommunikation – ein Leben ohne Strom ist für uns gar nicht mehr vorstellbar. Ein Blick in die jüngere Vergangenheit von Mitgliedstaaten der Europäischen Union zeigt aber, dass Versorgungssicherheit keine Selbstverständlichkeit ist. Immer wieder kommt es regional und überregional zu Stromausfällen. Die Auswirkungen auf Produktion und Bevölkerung können meist nur deswegen in überschaubarem Rahmen gehalten werden, weil im europäischen Netz-Verbund bei kleinregionalen Ausfällen schnell und erfolgreich gegengesteuert werden kann. Was aber, wenn nun nicht nur in Regionen und einzelnen Ländern das Licht ausgeht, sondern in großen Teilen Europas? Wenn plötzlich, von einem Moment auf den anderen, Millionen Menschen betroffen sind und nichts mehr geht? Wenn Kühlschrank und Heizung ihre Arbeit verweigern, das Smartphone kein Netz findet, Fahrstühle stecken bleiben, Supermärkte schließen müssen, die Industrie nicht mehr produzieren kann, Ampeln ausfallen und unsere Nachbarländer zeitgleich vor denselben Herausforderungen stehen? Es braucht wohl nicht allzu viel Fantasie, um sich die durchaus dramatischen Folgen eines solch großflächigen Strom- und Infrastrukturausfalls allem voran für die Bevölkerung vorzustellen.

Obwohl grundsätzlich gut aufgestellt, ist auch Österreich in einer sprichwörtlich stark vernetzten Welt vor derartigen Blackout-Ereignissen nicht gefeit. Diese wichtige Erkenntnis einer starken Vernetzung von Infrastruktur und Lebensstil und die daraus resultierende Verwundbarkeit unserer modernen Gesellschaft haben wir im Klima- und Energiefonds zum Anlass genommen, Projekte zu unterstützen, die es zum Ziel haben, Österreich gegenüber auftretenden Krisen im Strommanagement widerstandsfähiger und lernfähiger zu machen. Dabei geht es um Back-up-Systeme und Speicherlösungen, lokale Energiegemeinschaften und Versorgung durch dezentrale Erzeugung, um nur einige Beispiele zu nennen – nicht zuletzt geht es aber auch um Bewusstseinsbildung.

Mit unserem Blackout-Dossier wollen wir zeigen, dass der Klima- und Energiefonds ein verlässlicher Partner ist, wenn es darum geht, durch Innovation, Forschung und Entwicklung zu einer höheren Versorgungssicherheit beizutragen, aber parallel dazu unser Energiesystem auch in Richtung Energiewende weiterzuentwickeln. Dafür braucht es nicht zwingend unterschiedliche Stoßrichtungen, beide Ziele können vielmehr – klug geplant und umgesetzt – am Ende desselben Weges stehen. In diesem Sinne wünsche ich viel Spaß beim Lesen!