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Statement
„Versorgungssicherheit ist keine Selbstverständlichkeit“

Gastkommentar von Barbara Schmidt, Generalsekretärin von Oesterreichs Energie.

Am 8. Jänner 2021 kam es um 14.05 Uhr zu einem massiven Frequenzeinbruch im europäischen Stromnetz, der dazu führte, dass es binnen Sekunden in zwei voneinander getrennte Gebiete zerfiel. Nur durch das Zusammenwirken von automatischen Schutzeinrichtungen und zentralen Marktakteuren konnte die Situation beherrscht und der Normalzustand wiederhergestellt werden. Dieser Vorfall hat einerseits gezeigt, dass die europäische Zusammenarbeit auch im Ernstfall funktioniert und unsere Schutzmechanismen zuverlässig greifen. Er zeigt aber auch, dass eine Versorgungssicherheit von 99,99 Prozent keine Selbstverständlichkeit, sondern das Ergebnis konsequenter Vorbereitungen ist.

Gegenwärtig verfügt Österreich über ausreichende Kapazitäten, um die Stabilität des Stromsystems in jeder Situation zu gewährleisten. Doch mit dem Umbau des Energiesystems in Richtung Erneuerbare wachsen die Anforderungen an unsere Netze, Kraftwerke und Speicher. Gleichzeitig schwinden jene Reservekapazitäten, die wir dringend brauchen, um unsere Netze in Extremsituationen vor Schieflagen zu bewahren.

Unsere Stromversorgung ist eine zentrale Säule unserer Volkswirtschaft – und daher ein hohes Gut, das bewahrt werden muss. Damit das weiterhin gelingt, müssen wir das Bewusstsein dafür schärfen und bei allen energiepolitischen Entscheidungen die Auswirkungen auf die Versorgungssicherheit konsequent mitdenken. Wir müssen den Ausbau unserer Infrastruktur beschleunigen und in den nächsten Jahren nicht nur in Erzeugungsanlagen, sondern auch in unsere Netze und Speicher investieren. Wir müssen Szenarien für den nachhaltigen Betrieb unserer thermischen Kapazitäten entwickeln. Damit diese Anlagen ihre wichtige Rolle auch in einem dekarbonisierten Energiesystem wahrnehmen können, müssen wir die Möglichkeiten zum Einsatz grüner Gase prüfen. Zudem müssen die Maßnahmen im Bereich Cyber-Security weiter verstärkt werden. Damit Österreich seine internationale Vorreiterrolle bei diesem Thema ausbauen kann, sollen die Bestrebungen in diesem Bereich weiter verstärkt werden.

Versorgungssicherheit ist zwar kein Selbstläufer – aber sie ist planbar. Wenn wir unser Stromsystem in Zukunft nicht nur sauber und leistbar, sondern auch weiterhin sicher betreiben wollen, müssen wir die Weichen dafür jetzt stellen.