02.09.2010

Das Haus als Kraftwerk – Integrierte Sonnenenergieanlagen in Fertighäusern

Das neue Förderprogramm des Klima- und Energiefonds

Die Förderaktion „Gebäudeintegrierte Photovoltaik in Fertighäusern“ startet am 1. Dezember 2009. Insgesamt stehen für die Förderaktion 2009  1 Mio. Euro zur Verfügung.

Wie kommt der Käufer des Fertighauses zu seiner Förderung und wie hoch ist die Förderung?

Im Zuge des Verkaufsprozesses wird dem Käufer des Fertighauses von der Fertighausfirma, die ein entsprechendes Produkt führt, das Fertighaus inklusive gebäudeintegrierter Photovoltaik-Anlage angeboten. Mit dem Einverständnis des Kunden beantragt der Fertighausanbieter die Förderung beim Klima- und Energiefonds.

  • Die Förderhöhe beträgt  2.600 Euro/kW
  • Die Anlagenobergrenze beträgt 5 kW; somit beträgt die Förderhöhe maximal 13.000 Euro je Anlage bzw. Fertighaus.
  • Die Gesamtsumme aller für die Anlage erhaltenen Förderungen darf 60% der Investitionskosten nicht übersteigen.

Das Fertighaus muss energierelevante Kriterien erfüllen um für die Förderung in Betracht zu kommen (z.B.: Passivhaus, Klima-Aktiv Haus, <30 kWh Heizwärmebedarf laut Energieausweis, etc.). Somit wird sichergestellt, dass sich energieeffizientes Bauen und erneuerbare Energieproduktion optimal ergänzen bzw. gegenseitig forcieren.

Das Programm bietet neben den energiepolitischen Effekten auch für die Käufer von Fertighäusern wesentliche Vorteile:

  • KonsumentInnen kaufen sich mit dem Fertighaus auch die schlüsselfertige Photovoltaik-Anlage und müssen sich somit nicht um die Beschaffung oder Förderung der Anlage kümmern, da dies über den Fertighausanbieter abgewickelt wird
  • Durch Economies of Scale, dem Ersatz von Baumaterial und kostengünstige Vorinstallationen werden die PV Anlagenpreise gesenkt (laut der GIPV Studie des Klima- und Energiefonds bis zu 16 % Kosteneinsparung
  • Eine 5 kW Anlage liefert etwa 5.000 kWh Strom übers Jahr. Das bedeutet, dass ein durchschnittlicher Haushalt neben der Deckung seines Gesamtstromverbrauch (3.500 kWh/Jahr) in Zukunft z.B. auch noch zusätzlich ein Elektroauto (1.500 kWh/Jahr bei 10.000 km Fahrleistung) mit seinem eigenen gratis Strom betanken könnte

Die „Gebäudeintegrierte Photovoltaik in Fertighäusern (GIPV)“ ist ein neues Förderprogramm des Klima- und Energiefonds. KäuferInnen von Fertighäusern wird durch dieses Programm die Möglichkeit gegeben, das Fertighaus inklusive Photovoltaik-Anlage schlüsselfertig vom Fertighausanbieter zu beziehen. Gebäudeintegrierte Photovoltaik bedeutet, dass die Photovoltaik-Anlage nicht nur Stromgenerator ist, sondern gleichzeitig auch eine Gebäudefunktion erfüllt. Dies kann etwa der Ersatz der Dachziegel, der Fassade oder die Bereitstellung einer Beschattungsfunktion sein. Die Integration von Photovoltaik in die Gebäudehülle hat mehrere Vorteile:

  • Baumaterial wird ersetzt
  • Ästhetische Einbindung in die Gebäudehülle
  • Neue technische und architektonische Anwendungsmöglichkeiten

Auf Grund der stetig steigenden Nachfrage nach Photovoltaik-Lösungen bei Fertighäusern hat der Klima- und Energiefonds gemeinsam mit dem Österreichischen Fertighausverband an einem geeigneten Angebot gearbeitet und das neue Förderprogramm entwickelt.

Der Fertighausbau bietet sich für die Anwendung der Photovoltaik besonders an. Die Standardisierung von Beschaffungs-, Produktions- und Vertriebsprozessen hat sehr positive Auswirkungen auf die Kostensenkung von Photovoltaik-Anlagen. Seit einigen Jahren wird aus diesen Gründen in Japan ein wesentlicher Teil der PV Anlagen über Fertighäuser (zu sehr geringen Kosten) vertrieben. Es muss Ziel sein, auch Österreich mittelfristig sehr günstige PV Anlagen bereitstellen zu können und eine Vorreiterfunktion in Europa einzunehmen.

Auch industriepolitisch hat eine Spezialisierung auf derartige Nischen großes Potential. Wie die GIPV Studie des Klima- und Energiefonds berechnet, können bei Erreichung von 5 % PV Stromproduktion in Österreich bis 2020 etwa 15.000 neue Arbeitsplätze geschaffen und 3 Mrd. € Wertschöpfung erwirtschaftet werden. Das Fertighaus mit integrierter PV-Anlage ist das erste schlüsselfertige Produkt einer neuen Generation und wird zur Verbreitung der GIPV wesentlich beitragen. Das Energieproduktionspotential der GIPV in Österreich wird in der Studie zwischen 19 – 43 TWh beziffert. Der Vergleich mit der aktuellen jährlichen Produktion der Großwasserkraft (39 TWh) zeigt das enorme Potential der GIPV.

Download Richtlinien Gebäudeintegrierte Photovoltaik in Fertighäusern

Download Leitfaden Gebäudeintegrierte Photovoltaik in Fertighäusern

Download Häufig Gestellte Fragen Gebäudeintegrierte Photovoltaik in Fertighäusern

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